Mittelalterliche Mythen und Mordgeschichten

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
8887034.jpg
Seit Jahr und Tag machen die Organisatoren der Lit.Eifel mit Lesungen, Workshops und Ausstellungen viele Orte in der Eifel zu einem Eldorado für Bücherfreunde.

Nideggen. Kerzen rechts und links des Weges leiten die Gäste zu Burgkapelle und Kerker im Bergfried, dahin, wo an diesem Abend die „Lit.Eifel2014“ zu Gast ist. Schon seit Jahr und Tag machen die Organisatoren der Lit.Eifel mit Lesungen, Workshops und Ausstellungen viele Orte in der Eifel zu einem Eldorado für Bücherfreunde.

Das Burgenmuseum des Kreises Düren, unter Leitung von Luzia Schlösser, ist Kooperationspartner der Lit.Eifel. Das Projekt werde durch die Städteregion Aachen, die Kreise Düren und Euskirchen sowie die Europäische Union unterstützt, erklärte der Organisator der Lesung, Joachim Starke, in seiner Begrüßung.

Im Mittelpunkt standen an diesem Novemberabend die Werke einer Autorin und dreier Autoren. Die Gemeinsamkeit: Ihre Bücher haben alle etwas mit dem Mittelalter und den Sagen der Eifel zu tun.

Günter Krieger, der Mann aus der Meroder Herrschaft, war den meisten Besuchern auf Burg Nideggen ein Begriff, lässt der Schlicher doch schon seit Jahren in seinen Büchern alte Geschichten um Schloss Merode aufleben. Krieger las Kapitel aus der „Edition Sagenhaft“ und brachte den Lesern die fromme Richarda von Gression (Gressenich) näher, ließ Hexe Hackefey auf Schloss Burgau ihr Unwesen treiben und gab Anregungen, wie der Teufel - im Bunde mit Hexen, seinem Bodenpersonal - auch funktionierende Ehen auseinander bringen kann.

Krieger wie auch der folgende Leser, Michael Kuhn, trugen ihre Texte in der Burgkapelle vor. Michael Kuhn, Autor und Verleger, las aus der „Marcellus-Trilogie“, erster und zweiter Band. Seine Helden sind der Merowinger König Chlodwig, Chloderich von Franken und der Krieger Marcellus, der dem Werk seinen Namen gegeben hat.

Im Kerker neben der Kapelle präsentierten Judith C. Vogt und Andreas J. Schulte, ihre Werke. Autorin Vogt, geboren in Kreuzau-Langenbroich, kennt die Region, kennt auch Burg Nideggen. In ihren Geschichten geht es in erster Linie nicht um den geschichtlichen Hintergrund, sondern mittelalterliche Orte dienen ihr, um Fantastisches auf Fantasy Trips lebendig werden zu lassen.

Im ersten Band „Pestflamme“ taucht sie mit ihren Lesern ein in ein Maskenfest im Rittersaal von Burg Nideggen. Der zweite Band „Geister des Landes“ ist als Fortsetzung des Geschehens gedacht: Abitur in Münstereifel, Probleme, die in den von der Welt abgeschnittenen Eifelorten für Jugendliche auftreten, Flucht in Fantasien. Andreas J. Schulte entpuppte sich als der Schauspieler unter den Vortragenden.

Mit seiner wandelbaren Stimme schlüpfte er in die Rollen seiner Protagonisten, ließ Frauen und Männer in Gestik und Mimik vor dem geistigen Auge der Zuhörer erstehen. Sein Roman „Die Spur des Schnitters“ spielt teilweise in Konstantinopel, trägt sich aber in der Hauptsache in Andernach und Boppard zu.

Handelnde sind der ehemalige Haudrauf-Söldner Heinrich, seit Jahrzehnten im geistlichen Priestergewand unterwegs, seine Freunde Jupp Schmittkes und der Adlige Konrad von Hohenstade. Es geht um eine Reliquie, die wiederbeschafft werden muss. Einfühlsam strickt Schulte einen dramatischen Buch-Film.

Vor und nach der Lesung sowie in der Pause wurden die Gäste mit Köstlichkeiten vergangener Zeiten und dem römischen Würzwein, Mulsum, verwöhnt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert