Nideggen - Mittelalter-Spektakel lockt trotz Kälte und Schnee

Mittelalter-Spektakel lockt trotz Kälte und Schnee

Von: ale
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Ganz schön kalt war es auf der Burg; lange hielten sich die Bogenschützen nicht draußen auf. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen. Sie wollten den Winter austreiben – die Händler, Ritter, Handwerker, Sänger und Schützen auf der Burg Nideggen. Zunächst ließ der sich wenig beeindrucken und schickte reichlich weiße Flocken. Dennoch wurde es ein fröhliches Mittelalter-Wochenende, und viele Besucher fanden den Weg hoch zur Burg.

Die „Burgundischen Kanoniere“ hielten es im zugigen Zelt aus, sie hatten sich warm gewandet in historischer Kleidung – mehrere Lagen Leinen und Wolle übereinander – und labten sich an einer Hühnersuppe, während der Schnee leise auf ihr Brennholz und das Obst in ihrem Korb rieselte. Zum Bogenschießen war das Wetter zu unfreundlich, aber die Kanoniere ließen einige Salutschüsse über das Burggelände donnern.

Im Burgfried hatten es die Händler gemütlicher, dort verweilten die zahlreichen Besucher gerne. Sie ließen sich beispielsweise vom Buchbinder über die alte Kunst unterrichten, nahmen in Leder gebundene Büchlein in die Hand und überlegten, ob sie einen „Ablassbrief“ erwerben sollten – immerhin hätte man sich damit für mancherlei Vergehen vom Fegefeuer freikaufen können.

Ein hübscher bunter Hahn saß auf der Schulter seines Herrn, des „Mäusebarons“. Dieser lud zum Mäuseroulette ein, wobei zwei niedliche Mäuse in einem Karree herumsausten und schließlich in ein Häuschen huschten. Wer dies richtig vorher gesagt hatte, gewann einen Edelstein.

Handarbeiten wurden angeboten, Genähtes und Besticktes, heilende Steine in allen Formen. Der „Flintstein stärkt die Abwehrkräfte“ und der „Schutzstein hebt die Stimmung“ wurde versprochen. Wie Leder verarbeitet wurde ,und was man im Mittelalter alles daraus herstellen konnte, das zeigte der kundige Andreas Krüger, den man in Nideggen auch als Museumspädagogen kennt.

Schlittschuhe aus Hundsbeinknochen waren ein viel bewundertes Produkt. Die Klänge von fremdartiger Musik drangen durch den Bergfried, auf alten Instrumenten spielten zwei Musikanten, sie hatten verschiedene Flöten, Hörner, Trommeln und Rasseln mitgebracht und gaben ihren Zuhörern bereitwillig Auskunft zu ihrem Instrumentarium.

Wie man Ritter wird, das wird nun anschaulich in einem dreidimensionalen Schaukasten dargestellt. Der erste Teil des Dioramas zeigt Konrad, den Knappen, der das Dienen lernen muss. Die Leiterin des Burgenmuseums, Luzia Schlösser, freute sich über diese Gabe des Ehepaares Ralf und Andrea Burmester aus Langerwehe: „Wir sind sehr froh, hiermit in anschaulicher Weise den Werdegang eines Ritters zeigen zu können.“

Aus Rohwolle wurden fantasievolle Sachen gefilzt, beim Parfümeur gab es verführerische Düfte, dem Schmuckwerker konnte man beim Herstellen filigraner Schmuckstücke zuschauen, zünftige Tierhörner wurden als Trinkgefäße angeboten und handgemachte Seifen als Pflege für die Haut.

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