Mitarbeiter der Sicherheitsdienste müssen in der Nacht auf der Hut ein

Von: Guido Jansen
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Die nächsten Kontrollpunkte, die Aram Paschajan (links) und Kollege Torsten Surma anfahren, werden abgesprochen. Reihenfolge und Uhrzeit wechseln in jeder Nacht. Foto: Guido Jansen

Düren. In der Nacht zählt Paragraph 1. Den gibt es zwar nicht wirklich. Aber er hat alle Macht, die ein ungeschriebenes Gesetz nur haben kann. „Eigensicherung geht über Fremdsicherung”, erklärt Torsten Surma, was Paragraph 1 bedeutet.

Wenn die Mitarbeiter der Firma Peterhoff Sicherheit nachts auf Streife gehen, dann gehören spektakuläre Verfolgungsjagden und packende Nahkampf-Aktionen nicht zum Alltag. Im Gegenteil.

Alarm gibt es bei den Mitarbeitern der Nachtwache ziemlich häufig. „Aber zu 90 Prozent ist das Fehlalarm”, sagt Surma. Und davon geht er auch aus, als er und Kollege Aram Paschajan kurz nach vier Uhr morgens auf der Autobahn von Düren in Richtung Aachen unterwegs sind. Bei einem Kunden in Aachen ist der stille Alarm ausgelöst worden. Für die Dürener Sicherheitsexperten bedeutet das: Gas geben!

Zum einen natürlich, um Schlimmeres zu verhindern, falls tatsächlich kriminelle Machenschaften auf dem Gelände des Aachener Autohändlers im Gange sind. Zum anderen stehen Surma und Paschajan unter Zeitdruck. Innerhalb von 20 Minuten nach Auslösen des Alarms soll der Sicherheitstrupp eintreffen. „Man macht sich dann schon Gedanken, was einen dort jetzt erwartet”, sagt Surma, während er das Auto mit amtlicher Geschwindigkeit über das Aachener Kreuz steuert. Die beiden Männer sind sich sicher, dass sie es erneut mit einem Fehlalarm zu tun haben.

„Zu 80 Prozent war gar nichts, zu zehn Prozent war es eine Person, die das Gelände als Abkürzung benutzt hat. Und zu zehn Prozent ist es tatsächlich Jemand, der auf der Suche nach Ersatzteilen ist”, berichtet Surma. Und genau auf diese zehn Prozent bereitet sich das Duo jetzt vor. Paschajan lässt sich auf Höhe des Hintereingangs des Geländes absetzen, Surma dreht erst eine Runde, um dann den Vordereingang anzusteuern.

„Wenn tatsächlich jemand da ist, dann versucht der vermutlich über den Hintereingang zu fliehen, sobald er uns bemerkt”, erklärt Surma, dass das Sicherheitsteam bei Peterhoff koordiniert. Und dann würde er Paschajan, genau wie Kollege Surma ein groß gewachsener, breitschultriger Kerl mit raspelkurzem Haar, in die Arme laufen. Am Gürtel tragen die beiden Taschenlampe, Pfefferspray und Handfesseln. Für den Fall der Fälle. Wenn möglich, dann soll der Dieb dingfest gemacht werden. Aber nicht um jeden Preis. Wegen Paragraph 1. Zwei Minuten später treffen sich Surma und Paschajan auf dem Gelände wieder. „Nichts”, fassen sie ihre Beobachtungen kurz zusammen.

Das Gelände wird noch einmal abgesucht, der Alarm deaktiviert. „So ist das meistens”, sagt Torsten Surma. Als nächstes absolvieren die beiden eine Patrouille auf dem Gelände eines anderen Kunden in der Nähe von Eschweiler. „Wir sind zwei Mal pro Nacht hier. Aber nie zu festen Zeitpunkten. Die wechseln immer”, so Surma. Per Telefon melden sie der Zentrale, dass der Rundgang beginnt. „Wir werden uns nachher einfach mal nicht zurückmelden”, beschließt Surma, den vorgeschriebenen Rückruf nach Ende des Rundgangs wegzulassen.

20 Minuten dauerte die Streife. Dauert es länger, dann muss die Zentrale zurückrufen und sich erkundigen. „Falls sich dann niemand meldet, wird Alarm ausgelöst”, erklärt Surma das simple System. Alle Türen werden kontrolliert, genau so wie die Zwischenräume zwischen den geparkten Fahrzeugen auf dem Gelände. Im hintersten Eck befindet sich ein so genannter Deister-Punkt. Mit einer Arten Kartenlesegerät quittieren die zwei Sicherheitsexperten, dass sie den Punkt angelaufen haben.

Die Daten werden auch an den Kunden übermittelt. Der kann dann kontrollieren, wie oft und wann er überwacht worden ist. Außerdem ist in jedem Auto ein GPS-Peilsender eingebaut. „Damit weiß ich immer, wo unsere Leute sich befinden”, schildert Surma, der seinem Team zwar unbedingt vertraut, aber trotzdem nicht auf Kontrolle verzichtet.

20 Minuten später ist das Duo auf dem Weg zurück gen Düren. „Das sind immer ganz besondere Momente”, schildert Torsten Surma. „Die Autobahn ist leer, die Sonne geht auf. Das genießt man dann ganz besonders.” Und die Frauen der Sicherheitsmitarbeiter freuen sich.

„Ich bringe immer frische Brötchen mit”, erzählt Aram Paschajan. Doch vor dem Frühstück wartet noch eine Stunde Arbeit. Er muss das Gelände eines Kunden für die bald anrückenden Arbeiter der Frühschicht aufschließen.
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