Mit Heckenschere und Rasenmäher pflegen die „Rüstigen Rentner“ ihr Dorf

Von: Sarah Maria Berners
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Abenden. Hundehaufen auf dem Gehweg und Müll am Straßenrand sind zwei Probleme, verlodderte Rastplätze und ungepflegte Ecken zwei weitere. Und weil derartige Probleme sich für gewöhnlich nicht in Luft auflösen, haben sich in Abenden einige Rentner zusammengetan, um ihr Dorf schöner zu machen.

„Wir wollen, dass Abenden für uns lebenswert bleibt“, nennt Ortsvorsteherin Petra Eyckeler einen Grund. „Außerdem soll es den Gästen hier gefallen. Und in ein gepflegtes Dorf kommen die Menschen einfach lieber.“ Deswegen kümmern sich die „Rüstigen Rentner“ um Beete, Sitzecken und Straßenränder. Sie pflegen Hecken und schneiden zugewachsene Wege wieder frei. Und das tun sie nicht erst seit gestern.

Zufriedenheit

Schon 1998 begannen die Ehrenamtler, das 800-Seelen-Dorf zu verschönern. 2000 schlossen sie sich zu den „Rüstigen Rentnern“ zusammen. Die Kassen der Stadt waren schon damals nicht mehr allzu voll. „Die ‚Rüstigen Rentner‘ übernahmen die Pflege der öffentlichen Flächen, die von der Stadt nicht mehr geleistet werden konnte“, erklärt Petra Eyckeler. Die Arbeit hat die Menschen zusammengeschweißt. Neben dem Arbeiten geht es ihnen um die Geselligkeit nach getanem Werk und der Zufriedenheit, etwas bewegt zu haben.

Die Aufgaben wurden mit der Zeit eher mehr als weniger - aber die Zahl der Mitstreiter ist rückläufig. 18 Damen und Herren begannen vor 13 Jahren mit der Arbeit, heute sind es etwa acht, die regelmäßig zu Heckenschere und Besen greifen. „Wenn wir mehr wären, könnten wir auch mehr erreichen“, sagt Georg Langanke. Ihn und seine Mitstreiter freut es, wenn sie neue „Rüstige Rentner“ gewinnen können (siehe Infokasten).

Hans-Jürgen Meyer zum Beispiel ist neu in den Reihen der Ehrenamtler. „Es gibt einige Ecken im Dorf, die nicht gut aussehen“, sagt Hans-Jürgen Meyer, dessen Heimat Abenden seit drei Jahren ist. „Ich fühle mich hier wohl, aber es gibt Dinge, die könnten noch besser sein.“ Deswegen hat er beschlossen, sie zu verändern und mit anzupacken. Immer dann, wann er Zeit und Lust dazu hat. Als die „Rüstigen Rentner“ sich zusammengefunden hatten, wurde stets gemeinsam geschafft. Aber die Vorstellungen vom Ehrenamt haben sich geändert: Und so treffen sich einige Helfer jeden Dienstagnachmittag, andere haben flexible „Arbeitszeiten“ oder tun sich spontan zusammen, wenn mehrere helfende Hände an einer Stelle gebraucht werden. Und jeder bringt sich ein, wie Zeit und Fitness es erlauben.

„Wenn ich den Traktor knattern höre, dann weiß ich, dass Georg wieder fleißig ist“, sagt Petra Eyckeler. Georg Langanke engagiert sich schon seit vielen Jahren und kümmert sich unter anderem um den Friedhof. Er tut es gerne. „Das sich Ehrenamtler um den Friedhof kümmern, ist auch für dessen Erhalt wichtig“, sagt Petra Eyckeler.

Mit dem Engagement will man der Stadt Kosten ersparen, um einer möglichen Entwicklung hin zu einem Zentralfriedhof vorzubeugen. Die Abendener wollen den Friedhof im Dorf halten, damit auch diejenigen, die nicht mobil sind, ihre verstorbenen Angehörigen besuchen können.

Und dann gibt es im Dorf auch noch die Helfer im Verborgenen. „Dann ist hier mal ein Stück Rasen gemäht und dort eine Treppe vom Wildwuchs befreit“, beschreibt Petra Eyckeler. Sie rät aber jedem, sich bei ihr zu melden. Denn die „Rüstigen Rentner“ seien über die Stadt versichert, sollte bei der Arbeit mal ein Unfall passieren.

In kleinen Heftchen hat Johann Riem, mit 78 Jahren der älteste in der Gruppe, von Anbeginn festgehalten, welche Arbeiten die „Rüstigen Rentner“ erledigt haben. Früher standen auch Großprojekte wie der Bau einer Toilettenanlage an. Hier wurde ein Gitter gestrichen, dort eine Hecke beschnitten, da eine Bank repariert.

„Weil es uns ‚Rüstige Rentner‘ schon so lange gibt, sind wir für manche Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden“, sagt Georg Langanke. So manche Erwartungshaltung der Bürger lässt die Dorfverschönerer den Kopf schütteln. „Mit kleinen Beiträgen kann doch jeder das Dorf ein bisschen lebenswerter machen“, betont die Ortsvorsteherin

Infokasten

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