Düren - Mit Fußballsport gegen die drohende Isolation

Mit Fußballsport gegen die drohende Isolation

Von: bugi
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Architekt Michael Reepel, Bfw-
Architekt Michael Reepel, Bfw-Geschäftsführer Dr. Hans-Joachim Zeißig, Prof. Dr. Heinrich Niehaves, Dr. Volker Anneken und Karl-Albert Eßer (von links) auf dem Gelände für den neuen Kunstrasenplatz, auf dem ab Ende September Blinde und Sehbehinderte Fußball spielen Foto: Burkhard Giesen

Düren. Dürener, die Bundesliga-Fußball sehen wollen, müssen nach Aachen, Köln oder Mönchengladbach fahren. Das könnte sich aber bald ändern, denn der Rheinische Blinden und Sehbehinderten Sportverein (RBSSV) schickt sich an, mit einem Liga-tauglichen Fußballplatz den Boden für eine sportliche Aufwärtsentwicklung im Blindenfußball zu bereiten.

Am Montag erfolgte am Berufsförderungswerk (Bfw) der erste Spatenstich für den neuen Kunstrasenplatz, der rund 115.000 Euro kostet und bis Ende September fertiggestellt sein soll.

BfW-Geschäftsführer Dr. Hans-Joachim Zeißig sieht gerade für behinderte Menschen die hohe Bedeutung des Sports: „Wer behindert ist, dem droht Isolation. Die Möglichkeit, Sport zu treiben, sorgt für ein höheres Maß an Lebensqualität und Teilhabe.” Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf den Fußball, der allerdings, so Zeißig, „eine Leuchtturmsportart” sei.

Platz muss eben sein

Zwei Fußballteams mit blinden und sehbehinderten Spielern gebe es bereits in Düren, sie können sich jetzt auf den Kunstrasenplatz freuen. „Wir benötigen einen Platz, der eben ist. Wo niemand über eine Grasnabe stolpern kann”, erklärt Zeißig, warum es unbedingt ein Kunstrasenplatz sein muss.

Finanziell unterstützt wurde der eigens gegründete Verein von vielen Privatpersonen, Stiftungen und der Sparkasse Düren. ntworfen wurde das 20 mal 40 Meter große Blindenfußballspielfeld von dem Dürener Landschaftsarchitekten, Michael Reepel, der dabei natürlich die besonderen Spielregeln unter Sehbehinderten zu berücksichtigen hatte - zum Beispiel dass über eine Bande gespielt wird und so genannte „Ruferzonen” entstehen.

Zeißig, der seit Jahren bemüht ist, die unterschiedlichsten Sportangebote für Blinde und Sehbehinderte in Düren zu vernetzen, freut es besonders, dass eine Lücke nun geschlossen ist: „Bisher konnten wir keine Sportart im Freien anbieten.” Das wird ab Ende September vorbei sein.

Von Fußball über Goalball und Handball kann der neue Platz vielfältig genutzt werden. Zum Beispiel auch als Trainingsplatz für die Kölner Bundesliga-Mannschaft der Sehbehinderten. Und von denen können dann die beiden Dürener Teams lernen. Zumal man mit Dr. Volker Anneken vom Forschungsinstituts für Inklusion durch Bewegung und Sport, das der Sporthochschule Köln angegliedert ist, einen Experten für den Verein gewonnen hat.
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