Düren - Missstände: Hausbewohner wehren und organisieren sich

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Missstände: Hausbewohner wehren und organisieren sich

Von: elfa
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Löcher in der Häuserwand: Die Vertreter der Mietergemeinschaft „An der Rur” haben sich entschieden, nicht zu resignieren und kämpfen nun gemeinsam gegen die Missstände an der Wohnsiedlung Rütger-von-Scheven-Straße. Foto: elfa

Düren. Seit 30 Jahren lebt Willem Caenen mit seiner Frau Elisabeth in der Wohnsiedlung an der Rütger-von-Scheven-Straße. „Damals war die Welt noch in Ordnung”, erinnert sich Caenen an die Zeit, in der die Siedlung, die 1953 als öffentlich geförderter Wohnraum entstanden ist, noch nicht im Besitz von internationalen Finanzinvestoren war.

Inzwischen gehören die 273 Wohn- und drei Gewerbeeinheiten der Siedlung der Griffin Rhein-Ruhr GmbH & Co. KG, hinter der ein dänischer Investmentfonds steht. Die Verwaltung der Wohnanlage liegt in den Händen der Treureal Property Management GmbH aus Essen. „Vor fünf bis sechs Jahren haben die Probleme angefangen”, erzählt Caenen.

Es habe sich einfach niemand mehr um die Außenanlagen gekümmert, sagt er. „Die Hecken wurden zwei Jahre lang nicht geschnitten, das Gras stand teilweise hüfthoch, auf der Wiese stapelte sich der Unrat.” Auch die Spielplätze hätten ihren Namen nicht mehr verdient. Glasscherben und ein großer Betonblock im Sandbereich stellten vielmehr ein Verletzungsrisiko für die zahlreichen Kinder der Wohnanlage dar.

Nachdem einzelne Mieter „eine ganze Zeit gegen Windmühlen gekämpft haben, auf Rechtsanwaltsschreiben nicht reagiert wurde und Gerichtstermine von der Gegenseite nicht wahrgenommen wurden”, hätten viele Mieter nur noch zwei Möglichkeiten gesehen, so Caenen: die Häuser zu verlassen oder zu kämpfen. Die Mieter haben sich für letztere Option entschieden und sich zur Mietergemeinschaft „An der Rur” zusammengeschlossen.

Der Mietergemeinschaft geht es „nicht nur um die Lösung der Miet- und Wohnprobleme, sondern auch um die Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens und der Schaffung eines kindgerechten Wohnumfelds”. Dabei könnten auch öffentliche Gelder eingespart werden, beispielsweise durch die Senkung der Unterkunftskosten bei Empfängern von Sozialleistungen.

Gemeinsam können sie nun ihren ersten Erfolg verbuchen. Nachdem das Landgericht Aachen die Berufung der Gegenseite zurückgewiesen hat, ist das Urteil des Amtsgerichts Düren rechtskräftig. Danach wird die Griffin Rhein Ruhr GmbH dazu verpflichtet, die Außenanlagen zu sanieren und auch zukünftig zu pflegen. Dazu gehört auch die fachgerechte Instandsetzung der beiden Spielplätze. Der Streitwert des Verfahrens belief sich über 80.000 Euro.

Abgesehen von überhöhten und extrem unterschiedlichen Nebenkostenabrechnungen haben einige Mieter auch im Innenbereich ihrer Wohnungen mit eklatanten Missständen zu leben. Die Liste der Wohnungsmängel reicht von Feuchtigkeit, Schimmelbefall, undichten Fenstern und Dächern bis hin zu fehlenden Heizungen.

Mieterin Gudrun Vöge musste sich selbst helfen, nachdem die versprochene Heizung zu Beginn der Heizperiode nicht vom Vermieter eingebaut worden war. Auf ihre Nachfrage habe man nur zynisch geantwortet: „Kaufen sie sich doch beim nächsten Angebot im Discounter ein paar zusätzliche Decken.”

Notgedrungen heizt sie ihre Wohnung seit dem vergangenen Jahr mit einem Heizstrahler aus dem Baumarkt. Das habe zwar nicht dazu geführt, dass ihre Wohnung im Winter wärmer wird als 16 bis 18 Grad, aber immerhin bilde sich mit dem Heizstrahler kein neuer Schimmel an den Wänden.
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