Düren - Millimeterarbeit mit kostbarer Fracht für das Krankenhaus Düren

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Millimeterarbeit mit kostbarer Fracht für das Krankenhaus Düren

Von: Dietmar Engels
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Düren. Wenn das Gerät am Haken des großen Krans hängt, sieht es fast schwerelos aus. Tatsächlich bringt es fast fünf Tonnen auf die Waage. Es handelt sich um einen hochmodernen Magnetresonanztomographen (MRT). Er wurde am Donnerstag am Krankenhaus Düren angeliefert.

Das hohe Gewicht ist ein Problem: Es gibt kaum Gebäude, deren Bodendecken für derlei Belastungen ausgelegt sind. Einfach reinfahren ging deshalb nicht. Im Vorfeld musste ein 70-seitiges Gutachten zur Statik erstellt werden. Darin ist geregelt, welche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Das schwere Gerät wird auf besonders belastbare Halter mit speziellen Rollen gestellt. Um den Druck gleichmäßig zu verteilen, wird eine „Fahrbahn” aus Stahlplatten verlegt, damit die fünf Tonnen nicht nur an ein paar Punkten auf den Boden wirken. Und ganz langsam geht das vor sich - Zentimeter für Zentimeter. Beim Ausbau des alten MRT hat es über drei Stunden gedauert, bis das Gerät den kurzen Weg ins Freie hinter sich gebracht hatte.

Für den Transport innerhalb des Gebäudes mussten an diversen Stellen Türöffnungen verbreitert werden. Trotzdem ist es Millimeterarbeit, die Spezialisten beim Vorschieben des Gerätes leisten müssen.

Geräumige Röhre

Bei dem neuen MRT handelt es sich um einen der aufwändigsten weltweit. Er bietet eine hochaufgelöste digitale Bildgebung, die für die behandelnden Ärzte eine große Hilfestellung bei der Diagnose ist. Feinste Strukturen werden sichtbar und können von allen Seiten betrachtet werden.

Die Röhre, in die der Patient geschoben wird, hat einen Durchmesser von 70 Zentimetern. Bei früheren MRT-Generationen waren es gerade mal 50 Zentimeter, was beklemmend eng wirken kann. Die neueste Baureihe ist da schon viel großzügiger - man kommt sich nicht so eingesperrt vor. Immerhin dauert eine Untersuchung im MRT 15 bis 20 Minuten.

Das Gerät erzeugt ein ungeheuer starkes magnetisches Feld. Es steht deshalb in einem Raum, dessen Wände mit Kupfermatten abgeschirmt sind. Die Magnetspule wird mit flüssigem Helium gekühlt - auf minus 268 Grad, also nur etwa fünf Grad vom absoluten Nullpunkt entfernt.

Alles bewegt sich bei dem Gerät am Rande des technisch Machbaren. Und das hat natürlich auch seinen Preis: Für den MRT muss das Krankenhaus Düren inklusive alle nötigen Vor- und Nacharbeiten rund 1,5 Millionen Euro aufwenden. Drei Wochen wird es dauern, bis alle Komponenten installiert sind und die Anlage in Betrieb genommen werden kann.

Ein in etwa vergleichbares Gerät wurde im vergangenen September in der radiologischen und nuklearmedizinischen Gemeinschaftspraxis in der Kreuzstraße installiert. Damit stehen in Düren jetzt zwei MRT auf sehr hohem technischen Standard zur Verfügung..

Das MRT, das bisher im Krankenhaus von der besagten Praxis betrieben wurde, ist an eine medizinische Einrichtung in Süddeutschland verkauft worden. Den neuen MRT betreibt das Krankenhaus in eigener Regie.
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