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Milan Sladek lässt den Schmerz spürbar werden

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Als Patomime macht Sladek die Last des Kreuzes förmlich sichtbar.

Heimbach. Es ist ein Abend, der unter die Haut geht. Einer, der berührt, der einen so schnell nicht mehr los lässt. Der berühmte Pantomime Professor Milan Sladek (73) interpretierte auf seine ganz eigene Art und Weise die 14 Stationen des Kreuzweges.

An der Orgel wurde er dabei begleitet von Peter Mellentin, seit 1989 Kirchenmusiker in St. Clemens in Heimbach. Mellentin spielte zu der Darstellung Sladeks „Le Chemin de la Croix” von Marcel Dupré, einer Komposition mit 14 meditativen Improvisationen, die die Themen des Schmerzensweges musikalisch nachvollziehen.

Ausdrucksstark und weiß geschminkt

In der Heimbacher Salvator-Kirche haben sich viele Menschen versammelt, fast jeder Platz in dem Gotteshaus ist besetzt. Vor dem Antwerpener Schnitzaltar ist eine Bühne aufgebaut, der Altar ist geöffnet, auch hier sieht man Szenen des Kreuzweges.

Milan Sladek ist ganz in schwarz gekleidet, er trägt einen weiß-silbrigen Umhang. Sein ausdrucksstarkes Gesicht ist weiß geschminkt. Vor jeder Kreuzwegstation hört man die entsprechenden Texte. In der Kirche ist es ziemlich dunkel. Dann wird die Bühne in blaues Licht getaucht. Peter Mellentin beginnt mit den schwierigen und sehr anspruchsvollen Orgelmeditationen und Milan Sladek mit seiner Pantomime. Sladek schlüpft dabei - natürlich - in die Rolle Jesu, er ist aber auch Pontius Pilatus und das brüllende Volk, die Jesu Tod fordern, er ist Simon von Cyrene, der eine Weile mit Jesus das Kreuz trägt, Veronika, die ihm ein Schweißtuch gibt und nicht zuletzt Maria, die als Mutter mit ansehen muss, wie ihr Kind leidet.

Verzweifelte Mutter

In der Rolle der Maria beispielsweise wird Sladeks Umhang plötzlich zum Kopftuch. Es ist unheimlich anrührend, wie der in der Slowakei geborene Sladek, der auch an der Kunstakademie in Heimbach lehrt, die junge Maria darstellet, die ihr Baby liebkost und kurz darauf dann eine verzweifelte Mutter mimt, die mit ansehen muss, wie ihr Sohn sein eigenes Kreuz trägt.

Sladek begeisterte in Heimbach mit einer unglaublichen Körperbeherrschung, einer großartigen Körperspannung. Die ausgebreiteten Arme symbolisieren das Kreuz Jesu, die Mimik des Künstlers verdeutlichen Angst, Leid, Entsetzen. Letztlich ist Sladeks Pantomime gepaart mit Peter Mellentins Orgelspiel auch ein Gebet. Und vielleicht sogar noch viel mehr als das. Die Darbietung der beiden Künstler macht einem den Kreuzweg und damit auch das Leiden Jesu auf eine ganz neue, andere Art und Weise zugänglich. Und zwar zugänglicher, als Texte allein es könnten. In der Salvator-Kirche in Heimbach sah und fühlte man Jesu schrecklichen Schmerz. Sladek hat die Menschen ganz an Jesus herangeführt, ganz nah aber auch an seine Mutter Maria.

Es war ein Abend, an den die, die ihn erlebt haben, ganz sicher noch sehr lange denken werden.
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