Langerwehe - Metall im Boden? Das kann auch eine Bombe sein

Metall im Boden? Das kann auch eine Bombe sein

Von: mv
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Der weiße Detektor fiept, es
Der weiße Detektor fiept, es muss Metall ausgegraben werden. In sengender Hitze wird gearbeitet. Foto: Margret Vallot

Langerwehe. „Halt, stopp, ich kann Ihnen gar nichts sagen, wenden Sie sich an den Innenminister.” So wird man empfangen, wenn man sich mit einer Kamera in der Hand dem Kampfmitteräumdienst nähert, der zur Zeit ein Gelände bei Langerwehe untersucht.

Zwischen Autobahn und Stütgerhof soll einmal eine Umgehungsstraße entstehen. Derzeit sind Vorarbeiten im Gange.

NRW-Innenminister Ralf Jäger mussten die „DN” dann doch nicht anrufen, denn auch Dipl.-Ing. Helmut Schmitz vom Landesbetrieb Straßenbau war zur Stelle und erteilte Auskunft. Ein über 15 Hektar großes Gelände wird Meter für Meter abgesucht, um Granaten, Granatensplitter, Bomben, Munition, Zünder und allerlei andere Überrest aus Kriegszeiten zu finden.

Zuvor wurde das Gelände schon aus der Luft nach verdächtigen Stellen abgesucht. „Es gab Hinweise”, so Schmitz, „deshalb haben wir den Räumdienst bestellt”. Der ist mit Auskünften schon deshalb so vorsichtig, weil es immer wieder Sammler von Kriegs-Utensilien gibt, die nachts anrücken und an den markierten Stellen mit dem Graben beginnen. Dabei begeben sie sich in Lebensgefahr, aber die enormen Summen, die für diese Relikte zu erzielen sind, wirken verführerisch. Mit drei Wagen und einem halben Dutzend Mitarbeiter ist die Dürener Spezialfirma vor Ort. In der Gegend wurden schon mehrfach Bomben gefunden, auch deshalb ist man vorsichtig.

Als im vorigen Jahr ein Regenrückhaltebecken gebaut wurde, so erinnert sich Schmitz, musste sogar die Autobahn kurzfristig gesperrt werden. Dazu kam es am Freitag nicht.

Die Detektoren schlugen zwar aus, es wurde gegraben und gegraben... Hervor kam in sengender Hitze ein zwei Meter langes, armdickes Rohr. Die Detektoren zeigen sämtliches Metall an, jedem Fiepen des Geräts muss nachgegangen werden. „Die Arbeit ist mühsam und nicht ungefährlich”, sagt ein Arbeiter vor Ort.

Die komplette Trasse der Ortsumgehung Luchem (L 12 n) ist 35 Meter breit und 1,8 Meter lang. Sie muss vollständig abgesucht werden. Und schon jetzt wissen die Arbeiter: Sie werden hauptsächlich Überreste einer alten Grubenbahn finden.

Erst wenn alles ausgegraben ist, gibt es die „Kampfmittelfreigabe”. Würde man während der Bauarbeiten an der Straße auf eine Bombe stoßen, stünde der Baubetrieb womöglich tagelang still. Das will niemand riskieren, denn das wäre ein teures Spaß. Nach den Kampfmittelräumern dürfen die Archäologen, die Donnerstag schon mal das Gelände inspizierten, sich in die Erde graben.

Und wenn die sich buchstäblich vom Acker machen, werden Wirtschaftswege gebaut, damit die Landwirte die ihnen neu zugeteilten Parzellen bewirtschaften können. Schließlich wird die Straße gebaut, doch um zu erfahren wann, dafür wird man wohl noch oft in Düsseldorf anrufen müssen.
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