Junger Mann im „Bubenheimer Spieleland“ mit Messer schwer verletzt

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Messerangriff im Bubenheimer Spieleland: Streit unter Verwandten eskaliert

Von: Marlon Gego
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Ein 20-Jähriger ist in Nörvenich mit einem Messer lebensgefährlich verletzt worden. Sein Zustand ist inzwischen wieder stabil. Symbolfoto: dpa

Nörvenich/Aachen. Im Bubenheimer Spieleland haben sie im Laufe der Jahre viel erlebt, aber ehrlich gesagt war das meiste recht erfreulich, jedenfalls erheblich erfreulicher als der Mordversuch, der dort am Samstagabend passierte. Es waren nicht mehr allzu viele Menschen im Spieleland, als ein junger Mann einen anderen mit einem Messer angriff.

Eigentlich hätte der Freizeitpark in Nörvenich schon geschlossen sein sollen. Doch als klar war, was passiert war, musste das Personal warten, bis die Polizei gekommen und die Spuren am Tatort gesichert hatte. Es wurde ein langer Abend.

Der Notruf ging um 19.07 Uhr bei der Dürener Polizei ein. Einer der verbliebenen Besucher des Spielelandes berichtete von einem schwerverletzten jungen Mann. Das Tatgeschehen konnten Polizei und Aachener Staatsanwaltschaft bislang nicht klären, fest steht nur: Ein 20 Jahre alter staatenloser Mann aus London ist mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Später erhielt er noch Schläge und Fußtritte gegen den Kopf.

Obwohl sich der Gesundheitszustand des Mannes in einem Dürener Krankenhaus inzwischen verbessert hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der 20 Jahre alte Mann war den bisherigen Ermittlungen zufolge mit seinem 15-jährigen Bruder aus London nach Bonn gereist, um dort die gemeinsame Mutter zu besuchen. Am Samstag dann waren die Mutter und ihre beiden Söhne nach Düren gefahren, um dort Verwandte zu besuchen. Gemeinsam fuhr die Gruppe, die Mutter und acht Jugendliche beziehungsweise junge Männer, nach Nörvenich-Bubenheim ins Spieleland.

Die Staatsanwaltschaft geht im Moment davon aus, dass es sich bei allen Mitgliedern dieser Gruppe um Angehörige derselben ethnischen Minderheit handelt. Während des Besuches kam es am Abend zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen der Mutter und ihren Söhnen auf der einen Seite und den sechs jungen Männern aus Düren auf der anderen Seite. Worum es bei dem Streit ging, stand am Montag noch nicht fest, sagte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts.

Nach einer Weile sei es offenbar zu Handgreiflichkeiten gekommen, jemand stach auf den 20-Jährigen aus London ein. Am Boden liegend wurde er geschlagen, jemand trat gegen seinen Kopf. Auch der 15-jährige Bruder wurde mit Schlägen und Tritten traktiert, er erlitt allerdings nur leichte Verletzungen.

Als die Polizei eintraf, waren die sechs Männer aus Düren bereits zu Fuß geflohen, konnten im Laufe des Abends aber gestellt und vorläufig festgenommen werden. Da die Vernehmung der Männer aus Düren keine Hinweis darauf ergab, wer zugestochen, wer geschlagen und wer getreten hatte, musste die Polizei die Männer noch am selben Abend wieder auf freien Fuß setzen. Auch die beiden Opfer konnten oder wollten bislang keine Angaben dazu machen, welcher ihrer Verwandten es war, der zugestochen hatte.

Nach Informationen unserer Zeitung sind die sechs Männer aus Düren sämtlich polizeibekannt, einige von ihnen werden gar in der Liste der sogenannten Intensivstraftäter geführt. Dennoch sind die Ermittler skeptisch, den Fall ohne Weiteres lösen zu können. Wenn sich keine Zeugen der Tat finden, die nicht zur Familie gehören, könnte es schwierig, werden, den Tatablauf zu rekonstruieren und zu ermitteln, wer es war, der zugestochen hat.

Klaus Schmitz-Peiffer, Betreiber des 1996 eröffneten Bubenheimer Spielelandes, erklärte am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es einen ähnlichen Vorfall „in den vergangenen 22 Jahren noch niemals gegeben hat“.

So bestürzt er über die Tat sei, für den Freizeitpark habe sie zunächst keine Konsequenzen. Das Sicherheitskonzept zu ändern, sei, im Moment jedenfalls, nicht vorgesehen.

 

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