Merzenich: Grüne fordern mehr Informationen zu Bergbauschäden

Von: de
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Der Riss in der Straße deutet
Der Riss in der Straße deutet auf Verwerfungen im Untergrund hin, die durch den Tagebau hervor gerufen wurden. Foto: Dietmar Engels

Merzenich. Bergbauschäden in Merzenich? So weit vom Tagebau entfernt? In der Tat: Fachleute schätzen, dass inzwischen nahezu jedes zweite Haus in Merzenich mehr oder weniger stark durch den Tagebau in Mitleidenschaft gezogen wurde. Aus diesem Grund hatten die Grünen für Freitag zu einem Rundgang durch einige Straßen im Merzenicher „Oberdorf” eingeladen.

Rund 40 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung. Informiert wurden sie von Peter Immekus, fachlicher Sprecher der Organisation „Netzwerk Bergbaugeschädigter” für das Thema tektonische Störungen.

Auch Reiner Priggen, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Wibke Brems, energiepolitische Sprecherin der Grünen in NRW, die Landtagskandidaten Gudrun Zentis und der Dürener Bundestagsabgeordnete waren gekommen und standen für Gespräche zur Verfügung. Bevor sich die große Gruppe auf den Weg machte, stellte Priggen die Posoition der Landes-Grünen in Sachen Bergbauschäden durch den Tagebau vor.

Er forderte vom Tagebaubetreiber RWE eine genaue Übersicht über die bereits festgestellten Schäden im Umfeld der Tagebaue und über die tektonischen Störzonen. Letzteres sind Verwerfungen im Erdreich, die bei großflächigen Bodenbewegungen zu erheblichen Schäden an der Oberfläche führen können. „Für den Steinkohlebergbau gibt es das schon lange, für den Tagebau aber nicht. Und das muss dringend geändert werden”, sagte Priggen, der für eine parteiübergreifende Initiative bei diesem Thema eintrat.

Priggen: „RWE muss gezwungen werden die vorliegenden Daten zugänglich zu machen”. Bergbauschäden sind oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Das machte Immekus während des Rundgangs an vielen Stellen deutlich. Schon kleine Risse in Gebäudefassaden und in Innenmauern könnten auf gravierende Schäden hindeuten, sagte der Experte.

Er riet allen Betroffenen, sich beim Verdacht auf Bergbauschäden an die entsprechenden Stellen zu wenden. Das Tückische bei Erdbewegungen im Untergrund sei deren Ungleichmäßigkeit. Wenn eine Störlinie unter einem Haus verlaufe, könne das Gebäude bei Absenkungen buchstäblich zerrissen werden.
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