Merzenich: Bunter Rat setzt auf Sachdebatten

Von: Sarah Maria Berners
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Im Merzenicher Rat bleibt es politisch bunt, eine klare Mehrheit gibt es nicht. Foto: smb

Merzenich. Golzheim ist grün, der neue Rat bunt. Die Merzenicher Bürger haben fünf Parteien und Wählergruppierungen in den Rat gewählt, zwei davon – „Aktiv für Merzenich“ und die Grünen – sind neu im Geschäft. Zwei andere sind nicht mehr dabei: Die Christlich Demokratische Fraktion, die nicht zur Wahl angetreten ist, und die FDP, die nicht genug Stimmen bekommen hat.

Eine klare Mehrheit gibt es im Rat also wieder nicht, ob es Koalitionen geben wird, ist noch unklar. „Für den Bürger sind wechselnde Mehrheiten sehr zuträglich“, sagt Dr. Maria Schoeller (CDU). Dies hätten die vergangenen fünf Jahre bereits gezeigt. Wenn es keine Mehrheit gebe, würde intensiver über die Themen diskutiert. Wenn man auf die Zahlen blickt, hat die CDU einen herben Stimmenverlust erlitten: Während sie 2009 die absolute Mehrheit holte, waren es nun 39,8 Prozent und damit vier Sitze weniger.

„Angesichts der denkbar schlechten Voraussetzung ist das ein gutes Ergebnis“, erinnert Schoeller daran, dass die CDU sich 2009 in die CDU und die CDF aufgespalten hatte. Schoeller geht bei einer Bewertung des Wahlergebnisses von der Situation aus, „mit der wir in den vergangenen fünf Jahren gearbeitet haben“. In diesem Vergleich habe sich die CDU von sieben Sitzen (zuletzt waren es wegen des Austritts von Johannes Müller nur noch sechs) auf zehn verbessert.

Die SPD legte leicht zu, gewann vier Direktmandate und einen neuen Sitz. Großen Jubel gab es aber nicht: „Nach der politischen Arbeit, die wir in den vergangenen Jahren geleistet haben, hatte ich mir mehr erhofft“, kommentierte Wilfried Gooßens (SPD) den Ausgang der Wahl, vor allem vom Ergebnis in seinem Wahlbezirk ist er enttäuscht. Wie Maria Schoeller setzt Gooßens auf eine sachorientierte Zusammenarbeit der Parteien und Wählergruppierungen, eine „Koalition der Vernunft“.

Eine Zusammenarbeit, in der die FDP keine Rolle spielen wird. „Die liberale Klientel wird nun nicht mehr adäquat vertreten“, bedauert Klaus Breuer. Er geht davon aus, dass die FDP-Wähler nicht abgewandert, sondern der Wahl ganz ferngeblieben sind. Die Probleme auf Bundes- und Kreisebene hätten sicher eine Rolle gespielt: „Jetzt müssen wir nach vorne schauen und das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.“ Auch die „Bürger für Merzenich“ haben Stimmen und damit zwei Sitze eingebüßt und mit der FDP ihren Partner verloren. Elfriede Kempkes geht davon aus, dass „Protestwähler“ vor allem zu „Aktiv für Merzenich“ abgewandert sind.

Dort gab es am Sonntag wie auch bei den Grünen Jubelstimmung. Beide haben aus dem Stand drei Sitze ergattert. „Wir wollen gemeinsam an der Zukunft arbeiten, in welchen Konstellationen wird sich zeigen“, sagte Manfred Esser, Vorstandsmitglied von „AfM“.

Die Grünen haben vor allem in Golzheim Stimmen geholt. Ortsvorsteher Johannes Müller, früher CDU heute parteiloser Kandidat der Grünen, holte das Direktmandat, im benachbarten Wahlbezirk holten die Grünen ebenfalls viele Stimmen, so dass sie in Golzheim insgesamt stärkste Kraft wurden.

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