Merzenich: Balkon löst sich von Wohnhaus

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
Balkonabsturz Merzenich
Feuerwehr und THW lösten den Balkon von der Hauswand, mit einem Kran wurde er dann zu Boden gelassen. Foto: Latotzki

Merzenich. Halit Arslan steht der Schreck noch ins Gesicht geschrieben. In der Nacht zum Samstag hat er miterlebt, wie sich ein Balkon an dem Wohnhaus gelöst hat, in dem er ein Restaurant betreibt. „Es hat plötzlich mächtig geqietscht”, sagt er, nachdem er gegen 3.30 Uhr laute Geräusche gehört hat. Sofort war er aus dem Bett und auf der Straße. Dann sah er „Unglaubliches”. Ein Balkon hatte sich gelöst, hing an der Hauswand.

Die Feuerwehr kam und sicherte das Gelände. Erst am Samstagmittag konnten Spezialisten den Balkon auf den Bürgerstein bringen. Das Areal an der Dürener Straße wurde abgesperrt. Verletzt wurde niemand.

Zur Ursache konnten am Sonntag noch keine offiziellen Aussagen gemacht werden. Valentin Thielen, Gemeindebrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr in Merzenich: „Die Bauaufsicht des Kreises Düren wird sich wohl mit dem Fall beschäftigen.”

Deshalb liegt der abgerissene Balkon zunächst weiter vor dem Haus an der Dürener Straße 4. Wie Halit Arslan wird auch Valentin Thielen die Nacht so schnell nicht vergessen. Es sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, den vier Tonnen schweren Balkon auf den Boden zu bringen.

Zunächst wurde das Bauwerk durch die Schaufel eines Baggers gestützt. Am Samstagmorgen kamen Spezialisten der Berufsfeuerwehr Köln mit einem Kran und senkten den Balkon ab. Gegen 14.30 Uhr Uhr war der nicht ungefährliche Einsatz beendet.

Die in der Wohnung lebende Familie schlief, als der Balkon sich löste. Sie war durch einen Knall geweckt worden.

Nachdem sich ein Statiker ein Bild gemacht hat, wurde noch am Samstag ein Balkon, der auf der anderen Seite des Wohnhauses liegt, mit Balken durch das Technische Hilfswerk in Hürtgenwald abgestützt. „Vorsichtshalber”, betont Feuerwehrmann Thielen.

Restaurantbesitzer Arslan will „jede Menge Wasser” beobachtet haben, das vom abgeknickten Balkon im zweiten Stock hinablief.

Ob Feuchtigkeit im Mauerwerk eine Ursache für das Unglück ist, ist bislang nur Spekulation. Die Merzenicher Feuerwehr beteiligt sich daran nicht. „Ob es Materialermüdung oder etwas anderes ist, können wir nicht sagen”, erklärt Valentin Thielen. Nur so viel: Der Balkon sei nicht überlastet gewesen, „da standen keine Sachen, die auf Dauer zu schwer gewesen wären”.

Insgesamt waren in der Nacht und bis Samstagmittag 30 Rettungskräfte mit neun Fahrzeugen im Einsatz.
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