Aachen/Düren - Mehr und mehr Zoff zwischen Städteregion und Stadt Aachen

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Mehr und mehr Zoff zwischen Städteregion und Stadt Aachen

Von: udo/jg
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Feuer unterm Dach: Die Stimmung ist nicht gut zwischen Stadt und Städteregion - ganz aktuell auch wegen einer Feuerwehrausbildungsstätte, die mit Hilfe der Städteregion im Kreis Düren gebaut werden soll. Das verblüfft die Aachener, denn hier gibt es längst ein Schulungsgelände. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Düren. Und wieder tut sich ein Feld auf, in dem es in der Zusammenarbeit zwischen Städteregion und Stadt Aachen hakt. Hatte es in der Vergangenheit etwa Zank über den Sitz der Geschäftsstelle der Hartz-IV-Arge gegeben, ist der neueste Brandherd das geplante Ausbildungscenter für Feuerwehrleute im Kreis Düren.

Denn das soll mit Unterstützung der Städteregion errichtet werden, wie Städteregionsrat Helmut Etschenberg Anfang der Woche nach einem Gespräch mit dem Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn bekanntgab - zur völligen Verblüffung der Aachener Verwaltungsspitze.

„Das macht ärgerlich und unzufrieden”, sagt OB Marcel Philipp. Der Grund: In Aachen gibt es ein modernes Schulungszentrum, das nach Einschätzung der dortigen Berufsfeuerwehr genügend Kapazitäten auch für Feuerwehrleute aus der Region hat. Etschenberg dagegen hält den Bau in Stockheim für sinnvoll und spricht von „erheblichen Engpässen” in Aachen.

Um die hohen Kursgebühren bei der Ausbildung freiwilliger Feuerwehrleute zu senken, habe sich der Kreis Düren mit dem Kreis Euskirchen und der Städteregion Aachen verständigt, am Feuerschutztechnischen Zentrum (FTZ) auf Containerbasis ein Trainingszentrum zu errichten, in dem Brände jedweder Art simuliert werden können, sagte Landrat Spelthahn. Und die Investition von 1,5 bis 1,7 Millionen Euro würde sich schnell auszahlen, erklärte er, zumal sich auch das Forschungszentrum Jülich mit der Ausbildung der Werksfeuerwehr beteilige. Spelthahn rechnet mit einer Kostenersparnis von 30 Prozent.

Und das Schulungszentrum in Aachen? „Wenn man uns nachweisen kann, dass diese Lösung besser ist, dann sind wir die Letzten, die sich dagegen sperren”, sagt Städteregionssprecher Detlef Funken: „Es geht darum, durch Zusammenarbeit Geld zu sparen.” Dabei scheint die Tür noch nicht zugeschlagen zu sein. So erklärt OB-Sprecher Hans Poth, dass Aachen der Städteregion ein Gesprächsangebot unterbreitet habe: „Wir haben ein gut funktionierendes und ausgestattetes Trainingszentrum, das auch an Samstagen genutzt werden kann. Da sind noch genügend Kapazitäten vorhanden.”

Freiwillige Feuerwehrleute können die Fortbildung oft nur samstags durchlaufen. Doch gerade an Wochenenden gebe es häufig Schwierigkeiten, sagt Gregor Jansen, der für das Rettungswesen zuständige Dezernent der Städteregion. „Ich weiß, dass in Aachen freie Kapazitäten vorhanden sind, aber nicht immer dann, wenn man sie braucht.” Zugleich betonte er: „Wir kooperieren mit Aachen seit Jahren sehr gut.”

Entschieden sei zudem noch gar nichts, erklärte er im städteregionalen Ausschuss für Rettungswesen. Der Kreis Düren habe der Städteregion das Angebot gemacht, sich an dem von ihm geplanten Trainingscenter zu beteiligen.

Es gebe aber noch viele Fragen, die „in nachbarschaftlichen Gesprächen geklärt werden müssen, was dann dabei rauskommt, kann ich heute beim besten Willen nicht sagen”. Klar sei für ihn, dass die Stadt Aachen eingebunden werden müsse. „Aber ich kann doch erst mit den Kollegen in Aachen darüber reden, wenn ich weiß, was da in Düren geplant ist.”

Für Bernd Engelhardt (FDP) zeugt der gesamte Vorgang davon, dass da „mit wenig Fingerspitzengefühl” vorgegangen wird. Auch Marc Peters (Grüne) betonte im Ausschuss, dass mit Aachen geredet werden müsse, erklärte zu den Gesprächen mit dem Kreis Düren aber auch: „Gespräche mit Nachbarn zu führen, ist ja nichts Schlimmes - solange nicht Geld zugesagt wird.”

Aber die Kommunikation zwischen den Spitzen der Städteregion und der Stadt Aachen hätte anders laufen müssen, waren sich die Politiker einig. Ausschussvorsitzender Herbert Dondorf (CDU): „Das ist wieder eine Lehrstunde darüber, wie es nicht gemacht werden sollte.”

Dissens über euregionale Zusammenarbeit

Uneinigkeit gibt es zwischen der Stadt Aachen und der Städteregion auch in Fragen der künftigen euregionalen Zusammenarbeit. Auf allen Ebenen laufen derzeit die Vorbereitungen für einen „Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit” (EVTZ), einem Organ, dem wesentliche Bedeutung für die zukünftige Einwerbung europäischer Fördermittel beigemessen wird.

Die Städteregion bevorzugt zunächst eine kleinere Lösung. Die Stadt plädiert dagegen für eine große Lösung auf dem Gebiet der Euregio Rhein-Maas, weil sie sich davon auch größere Mitspracherechte erhofft.

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