Düren - Mediziner testen digitale Notfallakte

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Mediziner testen digitale Notfallakte

Von: Ingo Latotzki
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Dr. Günther Heck am Ultraschallgerät in seiner Praxis im Kreuzau. Der Internist beteiligt sich am digitalen Versand von Arztbriefen und ist zufrieden mit dem System. Nun wird in einem Pilotprojekt von verschiedenen Medizinern auch eine Notfallakte ausprobiert. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Samstagnacht, Heinz D. hat starke Magenkrämpfe. Seine Frau bringt ihn ins Dürener Krankenhaus, er wird sofort untersucht. Dem behandelnden Arzt kommt zugute, dass er gleich über das Wichtigste aus der Krankengeschichte von Heinz D. Bescheid weiß. D. hat eine elektronische Notfallakte, die der Mediziner im Krankenhaus über einen Code einlesen kann.

Nun sitzt er am Computer und erkennt, dass Heinz D. kürzlich noch unter einer Magenschleimhautentzündung litt. Entsprechend kann er die Beschwerden von D. nun einordnen.

Heinz D. könnte auch Klaus M. oder Hubert L. heißen. Es ist ein fiktiver Name. Das System der elektronischen Notfallakte gibt es aber realistisch. Initiiert hat dieses Pilotprojekt im Kreis Düren die Dagiv, die Dürener Arbeitsgemeinschaft für Integrierte Versorgung. Dr. Günther Heck ist ihr Vorsitzender und erklärt, wie die Notfall- oder Vertretungsakte funktioniert: Diese digitale Datei wird von den Hausärzten angelegt. Sie verfügen in der Regel über alle Berichte, die ihre Patienten angehen – entweder eigene oder die von Fachärzten, zu denen sie ihre Patienten überwiesen haben.

Das gesamte Material – Diagnosen, Medikamentenpläne, Unverträglichkeiten oder Allergien – kann über eine spezielle Karte des Patienten (mit Barcode) von anderen, dem Projekt angeschlossenen Ärzten ausgelesen werden – also etwa im Krankenhaus Düren, das sich bereits beteiligt. Geschäftsführer Dr. Gereon Blum sagt, sein Haus habe das Projekt von Anfang mit angeschoben und sei nun begeistert, dass es in der Praxis funktioniere.

Die CTW-Krankenhäuser Birkesdorf und Lendersdorf wollen folgen. Der Patient muss einwilligen, dass seine Krankenakte über einen laut Dr. Günther Heck hoch gesicherten, elektronischen Weg weitergeleitet wird. Dann erhält er das Ticket, das er bei sich tragen muss. Ohne den Barcode ist keine Auslesung der Daten möglich.

Sieben Hausärzte in Kreuzau wollen sich an dem System in einem Pilotversuch beteiligen, da die Akte nicht nur im Notfall, sondern auch im Vertretungsfall Anwendung finden soll. Dr. Heck: „Wenn ein Kollege wegen Urlaubs oder aus anderen Gründen nicht in der Praxis ist und sein Patient zu einem anderen Mediziner geht, weiß der über die Krankengeschichte Bescheid.“ Zwei Ärzte in Langerwehe haben das System schon getestet und sich zufrieden geäußert, sagt Günther Heck. „Wenn sich das Projekt bewährt, gehen wir damit in einem Jahr in die Breite.“

Das ist mit dem elektronischen Arztbrief bereits geschehen. Seit ihn die Dagiv im Herbst 2011 im Kreis Düren eingeführt hat, hat es mehr und mehr Zuspruch gegeben, sagt Dr. Heck. Mittlerweile versenden 20 Arztpraxen und die Krankenhäuser in Birkesdorf und an der Roonstraße zusammen rund 4000 Arztbriefe monatlich auf digitalem Weg. Internist Heck setzt das System in seiner Kreuzauer Praxis ein und ist mehr als zufrieden. Auch diese Dokumente würden über eine „sichere Datenleitung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein versandt“.

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