LVR spart 16 Therapeuten an Schulen ein

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Linnich/Köln. Der Schulausschuss des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) hat die Aufhebung des Therapeutenschlüssels für seine Schulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung beschlossen.

Die LVR-Verwaltung hat für das Haushaltsjahr 2011 ein Schulkosten-Budget von 29,63 Millionen Euro, davon 11,41 Millionen Euro für den therapeutischen Dienst eingeplant. Damit stünden für 4122 Schüler an 22 Schulen etwas mehr als 218 therapeutische Stellen zur Verfügung - entspricht einem Therapeuten auf etwa 19 Kinder. Im November waren es gut 234 Stellen und damit ein Therapeut für 17 bis 18 Kinder.

Die Verwaltung rechnet und rechnet

Die Haushaltskonsolidierung könne nur gelingen, wenn das ganze Jahr über „nicht mehr als 234,19 Stellen tatsächlich mit Therapeuten besetzt” seien, rechnete die Verwaltung den Schulpolitikern vor. Die 16,12 einzusparenden Stellen sollen bei Ausscheiden von Therapeuten nicht nachbesetzt werden, neue Ausschreibungen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Mit der Aufhebung des Therapeutenschlüssels könne der Weg freigemacht werden für „neue Steuerungsinstrumente”.

Und das soll eben künftig kein starrer Schlüssel sein, wie Nicole Weiden-Luffy, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im LVR-Schulausschuss, betont: „Wir möchten den individuellen Therapiebedarf für jedes Kind weiter gewährleisten. Es sollen neue Modelle der Steuerung und Finanzierung gemeinsam mit den Schulen und den Elternpflegschaften entwickelt werden.” Wir - damit meint sie die „Gestaltungsmehrheit” aus SPD, Grünen und FDP. In Zusammenarbeit mit Träger und Therapeuten will man individuelle Lösungen mit möglichst hoher Refinanzierungsquote für die Einrichtungen suchen. Die Steuerung des Personaleinsatzes soll dabei vorrangig nach Verordnungslage erfolgen.

Zu den betroffenen LVR-Förderschulen gehören unter anderen die Louis-Braille-Schule in Düren, die Viktor-Frankl-Schule in Aachen und die LVR-Förderschule in Linnich. Abschließend beraten wird über die Empfehlung des Schulausschusses am 18. Februar im Landschaftsausschuss. Dann wird auch die Beteiligung des Landes NRW thematisiert: Mit Blick auf andere Bundesländer wollen die Politiker klären, inwieweit Therapie als Bestandteil des Unterrichts anzusehen ist und ob das Land als Kostenträger einbezogen werden muss. Außerdem wollen sie Verhandlungen mit den Krankenkassen anstoßen.
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