Loch an Loch, und der Winter ist noch lang

Von: Ottmar Hansen
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Kaum geflickt, hat der Frost schon wieder einen tiefen Krater in diese Fahrbahn in Düren-Arnoldsweiler gerissen. Die Beseitigung der Straßenschäden aus diesem Winter wird die Stadt Millionen kosten. Foto: Ottmar Hansen

Düren. Die Schneemassen sind in Düren größtenteils geschmolzen, jetzt wird der Blick auf ein anderes Verkehrsproblem frei: In vielen Straßen reiht sich Schlagloch an Schlagloch. Der Frost hat den Asphalt ruiniert. Der ADAC rechnet nach einer ersten Schätzung damit, dass bis zum Frühjahr jede zweite kommunale Straße beschädigt sein dürfte.

Nach Angaben des Deutschen Städte- und Gemeindebundes hat der vergangene Winter bereits Straßenschäden von 3,5 Milliarden Euro verursacht. Die sind noch nicht alle beseitigt, da bricht ein neuer Rekordwinter über Deutschland herein.

Selbst dringend nötige Reparaturen jetzt nicht möglich

„Die Schlaglöcher sehen in manchen Straßen schon heftig aus”, stellte Richard Müllejans vom Dürener Servicebetrieb fest. „Das ist nicht spaßig für die Autofahrer.” Auftauen, abtauen - der ständige Temperaturwechsel lasse das Straßenmaterial extrem leiden. Wie hoch die Schäden die Stadt am Ende finanziell belasten werden, dazu wollte Müllejans zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. „Der Winter ist noch lang!”

Selbst dringend erforderliche Reparaturen seien derzeit noch nicht möglich. Müllejans: „Zuerst muss der Frost aus dem Boden.” Ähnlich äußert sich Bernd Aulmann vom Landesbetrieb Straßenbau, der für die überörtlichen Bundes- und Landesstraßen in der Region zuständig ist:. „Bevor wir mit grundlegenden Reparaturen beginnen können, muss der Boden frostfrei sein.” Besonders gefährliche Stellen versuche man derzeit, mit Kaltasphalt zu flicken. Aulmann: „Das hält bei dem derzeitigen Wetter allerdings auch nur für wenige Tage.”

Die Straßenschäden werden auf alle Fälle größer sein als im Vorjahr, da ist sich Aulmann sicher. „Derzeit sind viele Risse in der Fahrbahn noch fest gefroren. Wenn die auftauen, fliegt der Belag raus”, weiß der Medienbeauftragte des Landesbetriebes. „Dann sind viele Straßen richtig hin.” Schon vergangenes Frühjahr habe man nicht alle Straßenschäden beseitigen können, weil es so viele waren. Und weil das Geld nicht reichte. Aulmann: „In den vergangenen Jahren hat man gespart. Das rächt sich jetzt.”

Niederzier rüstet auf im Winterdienst

Schnee und Eis dieses Jahrhundertwinters haben in Niederzier zu schweren Verkehrsbehinderungen auf den Straßen geführt. Selbstkritisch stellte Bürgermeister Hermann Heuser fest, dass beim Winterdienst der Gemeinde nicht alles optimal gelaufen sei. Obwohl die Mitarbeiter des Bauhofes bis zu 15 Stunden täglich im Einsatz waren. Es fehlte an Streusalz und Fahrzeugen, um das 80 Kilometer lange Straßennetz frei zu halten. Das soll möglichst rasch verbessert werden. Die Gemeinde werde ein zweites Salz-Silo (26 Tonnen) errichten und ein drittes Räumfahrzeug anschaffen.

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