Lesung: Familie Frank kommt zu Wort

Von: Bruno Elberfeld
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Eingeladen zur Lesung aus „Grüße und Küsse an alle“ hatte Dr. Achim Jaeger die Dichterin, Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler. Foto: bel

Düren. Lebhaft in Mimik und Gestik, mit einem Funkeln in den Augen, begibt sich Mirjam Pressler hinter das Lesepult in der Mensa (Stifteria) des Stiftischen Gymnasiums, um über ihre jahrelange Arbeit rund um das Thema „Anne Frank und die Familie Frank“ zu berichten.

Mirjam Pressler, Übersetzerin von etwa 400 Büchern aus dem Hebräischen, Englischen und Niederländischen ins Deutsche, Autorin vieler Kinder- und Jugendbücher, las aus „Grüße und Küsse an alle“. Pressler lässt in diesem Werk drei Generationen der Frankfurter Familie Frank an den Gästen im voll besetzten Lesesaal zu Wort kommen.

Kinderbild als Auslöser

„Auslöser für meine Arbeit“, berichtet sie, „war ein Kinderbild von Annes Großmutter Alice Frank, das ich auf dem Dachboden des Hauses der Familie Frank in Basel entdeckte.“ Das Bild dieses Kindes habe sie so beeindruckt, dass sie gar nicht mehr anders konnte, als dieses Werk – jetzt unter dem Namen „Grüße und Küsse an alle“ bekannt – zu schreiben.

Eine einfache Sache, so erinnert sich die Autorin, sei das nicht gewesen. Auf dem Dachboden des Hauses von Buddy und Gerti Elias, geborene Frank, in der Baseler Herbstgasse waren um die 6000 Dokumente gefunden worden: Briefe, Urkunden, Fotos – ein Sensationsfund.

Einzigartige Geschichte

Mirjam Pressler hat aus diesen Dokumenten die einzigartige Geschichte der Familie Frank geschrieben, die einem großen Familienroman, aufgelockert durch zahlreiche Bilder, nicht unähnlich ist. Die Original-Dokumente sind noch in Amsterdam, sind schon digitalisiert und werden bald im Jüdischen Museum in Frankfurt zu betrachten sein.

Unterteilt hat Mirjam Pressler das Werk in drei große Kapitel, in etwa dem Zeitraum von drei Jahrhunderten entsprechend. Den Anfang macht die Generation von Großmutter Alice, führt weiter zu deren Kindern, im Mittelpunkt die Schwester Otto Franks, Leni, und endet mit Buddy und Gerti Elias, geborene Frank. Die Lesung machte betroffen und wieder einmal nachdenklich.

Mirjam Pressler erzählt über das Leben einer jüdischen Frankfurter Familie, deren Ursprung in der Judengasse lag, die dann aber stetig in der Gesellschaft aufsteigt. „Die Familie Frank war eine wohlhabende Familie, die dem Bildungsbürgertum angehörte“, verrät die Schriftstellerin einen der vielen Gründe, warum sie sich immer wieder mit den Franks auseinander gesetzt hat und noch immer auseinander setzt.

Besonders betroffen machten die Briefe, in denen eine Leidensgenossin Annes und Margot Franks die letzten Tage der beiden Schwestern im KZ Bergen-Belsen schildert. Begrüßt hatte das Auditorium Organisator und Gastgeber der Lesung, Dr. Achim Jaeger. Er bedankte sich für die Unterstützung durch den „Förderverein des Stiftischen Gymnasiums“ und die „Bürgerstiftung Düren“, ohne deren Hilfe eine solche Veranstaltung nicht möglich sei.

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