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Lesermeinung: Algen im Rursee müssen ausgeschlossen werden

Von: Margret Vallot
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Seit Monaten mit dem neuen Pro
Seit Monaten mit dem neuen Projekt Speicherkraftwerk Rursee befasst: Professor Dr.-Ing. Wolfgang Firk (re.) und Robert Steegmans vom WVER. Foto: Margret Vallot

Düren. Das Unternehmen Trianel GmbH will die Rurtalsperre als Unterbecken für ein gigantisches Pumpspeicherkraftwerk nutzen. Doch wem gehört eigentlich der Rursee, und unter welchen Bedingungen ist der Eigentümer bereit, den 7,83 Quadratkilometer großen Stausee für Energiegewinnung und -speicherung zur Verfügung zu stellen?

Der Eigentümer ist schnell gefunden. Es ist der Wasserverband Eifel Rur (WVER), dessen Hauptgebäude sich in Düren befindet. Chef im Haus ist Professor Dr.-Ing. Wolfgang Firk, der bereitwillig Auskunft gibt. Ein Pumpspeicherkraftwerk am Stausee, das werde der Verband gern dulden. „Aber wir hören nur: Das Projekt soll eine Milliarde kosten, und dieses Geld muss erst mal aufgetrieben sein”, so Firk leicht skeptisch.

Beim WVER in Düren arbeiten bereits Ingenieure an dem Thema, „und die Aufwendungen, die wir jetzt schon haben, werden uns vergütet”. Der Wasserverband und der Energieversorger Trianel GmbH aus Aachen arbeiten im Vorfeld offenbar sehr gut zusammen. „Wir stehen dem Projekt positiv gegenüber”, betont Firk mehrfach. Allerdings lassen er und Robert Steegmans, Dezernent für Gewässer beim WVER, keinen Zweifel daran, dass von Trianel Bedingungen erfüllt werden müssen. Bedingungen, die es in sich haben.

Wie die Umweltschützer so hat auch der Wasserverband dem Investor einen Katalog von Forderungen überreicht. Die Talsperre wurde gebaut, um die Dürener Region vor Hochwasser zu schützen und um im Falle einer (maximal zweijährigen) großen Trockenheit die an der Rur liegende Papierproduktion mit Wasser zu versorgen. Die Trianel möchte in der Bauphase des Kraftwerks die Talsperre viele Monate lang nahezu trockenlegen.

„Brauchwasserbereitstellung für die Papierindustrie” müsse aber während der Bauphase gewährleistet sein. Außerdem müsse das Wasser bei Starkregen zurückgehalten werden, darauf besteht der Wasserverband. Schließlich dürfe die Qualität des Wassers keinesfalls leiden. Sedimente, die infolge von Strömungen in Bewegung geraten, könnten das Wasser trüben, es käme zu Sauerstoffarmut und dann im schlimmsten Fall zur Veralgung.

„Wenn das nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine Trübung erfolgt, ist das Projekt gestorben”, so Firk unmissverständlich. Und: „Wir wissen, es sind sehr viele leichte Sedimente unten im See.” Befürchtet wird, dass durch die Entnahme von (maximal) 340 Kubikmetern pro Sekunde Strömungen entstehen, die Sedimente aufwirbeln. Dazu müsse es Versuche geben, so die Forderung.

Der Wasserverband hat den „See im See” vorgeschlagen. Dann wäre nur ein Seitenarm (als unteres Becken) betroffen und abgetrennt. Firk: „Auf das Schilsbachtal können wir verzichten.” Vorgeschlagen wurde ferner, das Pumpspeicherkraftwerk ein, zwei Nummern kleiner zu bauen. Doch dann, so wurde den Ingenieuren in Düren erklärt, lohne sich das Projekt nicht mehr, dazu sei die Anbindung an die Hauptleitung (unterirdisch quer durch Schmidt und den Nationalpark) zu teuer.

Firk ist sich zudem sicher: Die Böschung werde die Schwankungen des Wasserstands nicht aushalten. Auch da müsse Trianel investieren. Alle Fragen müssen übrigens beantwortet sein, bevor es zum Planfeststellungsverfahren kommt, also bevor es überhaupt mit der Planung richtig losgeht.

Beeindruckt zeigt man sich beim WVER über die Kompetenz bei Trianel. „Es sind alles Leute vom Fach, wir haben es mit Physikern und Ingenieuren zu tun, die hervorragend ausgebildet sind”, so Firk mit Respekt. Und zum Abschluss: „Wenn wir als Wasserverband unsere Aufgaben weiter erfüllen können, dann werden wir ein ganze klares Ja aussprechen.”

Einzugsgebiet von 1,1 Millionen Bürgern

Der Wasserverband arbeitet für die Kreise und Kommunen im Einzugsgebiet der Rur, er arbeitet zudem für Gewerbebetriebe (hauptsächlich Papierindustrie), und er ist Trinkwasserversorger. Mitglieder des Verbands sind entsprechend: 43 Städte und Gemeinden, fünf Kreise und zurzeit 34 Industrieunternehmen.

Der WVER hat 560 Mitarbeiter und betreut mit diesen ein Gebiet mit 1,1 Millionen Menschen. Der Haushalt des WVER umfasst 2012 genau 204,2 Millionen Euro.
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