Lernstandserhebungen stoßen an Dürener Schulen auf herbe Kritik

Von: oha
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GEW-Kreisvorsitzender Peter Erken schimpft über die Lernstandtests. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wie ist der Wissenstand der Schüler in Deutsch, Englisch und Mathe? Derzeit laufen bundesweite Lernstandserhebungen in den achten Klassen aller Schulformen. Diese Woche war Mathe dran, vor Wochenfrist Deutsch und Englisch.

Der Test stößt allerdings auf geballte Kritik aus der Lehrerschaft. Der Grund: Die einheitlich gestellten Aufgaben stecken voller Ungereimtheiten. Allein in der Aufgabenstellung für den Englisch-Test wurden im Vorfeld 18 Fehler entdeckt.

Doch auch am Deutsch-Test lässt der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Peter Erken, kein gutes Haar: „Der Deutsch-Test ist mehr als unsinnig. Abgefragt wird nur das Leseverstehen, sonst nichts. Rechtschreib- und Grammatikfehler waren völlig egal.”

Da habe das Kollegium die Schüler seit Jahresbeginn auf eine vielschichtige Prüfung vorbereitet. Schließlich bestehe Sprache aus vielen Komponenten, und dann so etwas. Offensichtlich habe das Landes-Schulministerium in Düsseldorf verhindern wollen, dass zu viele Schüler durch den Test fallen.

Völlig unsinnig sei, dass in allen Schulformen die gleichen Fragen gestellt werden. Egal ob Gymnasium oder Hauptschule - alle mussten im Deutschtest eine Stellenanzeige lesen und wiedergeben. Entsprechend hatte ein Aachener Gymnasium bereits bemängelt, dass alle Schüler den Test mit „sehr gut” bestanden hätten.

Dass in den Aufgabenstellungen schon wieder so viele Fehler steckten, kann Erken nicht verstehen. Zuletzt hatte das Ministerium eigens eine Experten-Kommission gegründet, um die vielen Fehler bei den Vorgaben zur zentralen Abi-Prüfung auszumerzen.

Hans Willi Stollenwerk, Leiter der Anne Frank-Gesamtschule in Düren, hält Lernstandserhebungen durchaus für sinnvoll: „Man muss als Lehrer wissen, wie der Stand der Klasse ist.” Doch stimme das abgefragte Wissen nicht immer mit dem Lehrplan überein. „Da wurde Stoff abgefragt, der im Unterricht noch gar nicht dran war.”

Die Ergebnisse werden nun anonymisiert zum landesweiten Auswertungsverfahren nach Düsseldorf geschickt. Erken: „Am Ende wird man sehen, ob man zu den schlechten Schulen gehört oder eine Urkunde von Schulministerin Barbara Sommer erhält.”
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