Düren - Leiter des Jugendamtes gewinnt Mundart-Preis

Leiter des Jugendamtes gewinnt Mundart-Preis

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Gewinner des Aachener Thouet-Preises: Manfred Savelsberg (59), Leiter des Dürener Jugendamtes. Foto: Andreas Herrmann

Düren. „Ich bin eben eine echte Rampensau.” Manfred Savelsberg (59), Leiter des Dürener Jugendamtes, schmunzelt. Der vierfache Familienvater und dreifache Opa führt fast so etwas wie ein Doppelleben.

Im richtigen Leben ist er Beamter, verantwortliche für alle Belange im Jugendamt der Stadt Düren, und darüber hinaus ist er als Karnevalist, Schauspieler und Kabarettist aus der Aachener Mundart-Szene nicht mehr wegzudenken.

Für seine Verdienste für das „Öcher Platt” wurde Savelsberg jetzt mit dem begehrten „Thouet”-Preis ausgezeichnet. „Das ist in Aachen so etwas wie der Nobelpreis”, strahlt Savelsberg. „Ich bin sehr stolz und habe tagelang auf Wolke sieben geschwebt, als ich den bekommen habe.”

Schon früh hat Savelsberg auf der Bühne gestanden: Als zweieinhalbjähriger Steppke hat er auf dem Arm seines Vater sein erstes Liedchen in Öcher Platt geträllert, später hat sein Lehrer auf der Realschule ihm erste Gedichte in der Aachener Mundart beigebracht.

Später hat Savelsberg die Karnevalsgesellschaft „Tropigarde” mit gegründet, hat bei der „Alt-Aachener-Bühne” mitgespielt und vor einigen Jahren die Kabarettgruppe „Öcher Nölde” ins Leben gerufen. „Ich glaube, ich bin genetisch vorbelastet”, so Savelsberg. „Mein Vater stammt aus einer sehr lustigen Familie, in der immer Platt gesprochen wurde. Und meine Mutter war das erste Funkenmariechen der Karnevalsgesellschaft „Burtscheider Lachtauben”.

Für Manfred Savelsberg sind Mundart und Kabarett eine gute Möglichkeit, „kritisch Dinge humorvoll zu verpacken, ohne einem weh zu tun”. Die Texte für seine „Öcher Nölde”, was in Hochdeutsch so viel wie „Aachener Nadeln” (in Anlehnung an die Nadelstadt Aachen und das Spitzfindige des Kabaretts) schreibt er mit seiner Frau Marlene und seinem Sohn Jan, und manchmal finden auch Anekdötchen aus der Dürener Stadtverwaltung Einzug in das Programm.

Zuletzt zum Beispiel die Tatsache, dass die Stadt die Unternehmensberatung Rödel und Partner zu Hilfe gerufen hat, um den städtischen Haushalt zu sanieren.

„Es stimmt schon, dass manche Beamte ziemlich trocken sind. Das liegt aber nur daran, dass sie keinen richtigen Ausgleich haben. Ohne mein Hobby könnte ich meinen Beruf gar nicht so gut machen.” Es würde ihm manchmal sehr helfen, lockerer und humorvoller an Probleme seines Berufs heranzugehen. „Und auch, wenn ich kein Dürener, sondern nur Öcher Platt, kann, hilft es mir manchmal sehr, wenn ich mit meinen Klienten in Mundart spreche. Dann bekomme ich gleich einen ganz anderen Zugang zu den Leuten.”
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