Düren - Leiter der Drogenberatung: Nach 33 Jahren ist Schluss, aber nicht ganz

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Leiter der Drogenberatung: Nach 33 Jahren ist Schluss, aber nicht ganz

Von: Dietmar Engels
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Aufs Altenteil zieht sich „Drobs“-Leiter Wilfried Pallenberg nicht zurück. Er geht gewissermaßen in den „Unruhestand“. Foto: Dietmar Engels

Düren. Sein Alter sieht man ihm wirklich nicht an: Wilfried Pallenberg hat Ende Oktober sein 65. Lebensjahr vollendet und ist deshalb pensionsreif. 33 Jahre lang hat er die Dürener Drogenberatungsstelle des Caritas-Verbandes geleitet, unter seiner Regie wurde die Stelle 1981 aufgebaut.

Kurze Zeit später hat er auch den „Endart“-Verein zur Förderung der Jugend- und Drogenarbeit gegründet. Und von beiden Aufgaben will er auch in Zukunft nicht lassen: Bei der Caritas bleibt er weiterhin in einem verminderten Umfang beschäftigt, „damit ich ein paar Dinge, die ich in die Wege geleitet habe, auch zu Ende führen kann“.

Fürs Erste macht der 65-jährige Sozialpädagoge also weiter. Vor seinem Studium war er übrigens als Vermessungstechniker tätig, außerdem auch als Vorsitzender des „Endart“-Vereins, der sich auf vielfältige Weise um Jugendliche kümmert, die Probleme mit Drogen haben oder die in der „Endart“-Fabrik Veranstaltungen besuchen wollen. Seine Nachfolge bei der Drogenberatung ist bereits geregelt: Inge Heymann, die ebenfalls seit Beginn dabei ist, wird neue Leiterin der Beratungsstelle. Angefangen hat die „Drobs“ mit fünf Kräften, heute sind es 13. Was Pallenberg besonders freut: „Die Finanzierung dieser wichtigen Arbeit ist auch in Zukunft gesichert. Zwar ist unser Budget seit ein paar Jahren gedeckelt, und wir müssen sehen, wie wir ohne Mehrkosten auskommen. Die Caritas unterstützt uns weiter und die Zuschussverträge mit Stadt und Kreis Düren sind gerade um fünf Jahre verlängert worden“.

Was hat sich in den 33 Jahren grundlegend an der Arbeit geändert? Pallenberg: „Die Drogenproblematik hat sich gewandelt. Während zu Gründungszeit Alkohol bei jungen Leuten kaum ein Thema war, weil diese Alltagsdroge als spießig galt, haben wir es heutzutage immer häufiger mit Koma-Saufen und generell mit erheblich gestiegenem Alkoholkonsum zu tun.“ Das sei auch das Ergebnis von vielfältigen Bemühungen der Anbieter, die Droge Alkohol auf vielfältige Art bei der Jugend hoffähig zu machen.

Eine Sucht, von der damals niemand etwas geahnt habe, grassiere inzwischen auch bei jungen Leuten: die Spielsucht. Dabei gehe es nicht allein um Glückspiel zum Beispiel an Spielautomaten, sondern auch um das Zocken im Internet. Pallenberg: „Das ist keine stoffliche Droge. Aber manche Konsumenten zeigen die gleichen Suchtsymptome bis hin zum körperlichen Verfall. Ich befürchte, dass wir hier am Anfang einer unheilvollen Entwicklung stehen.“

Bei allen Suchtmitteln spiele die frühe Präventionsarbeit eine entscheidende Rolle. Die „Drobs“ versuche daher, möglichst viele Kinder und Jugendliche mit „niedrigschwelligen“ Angeboten zu erreichen. Es sei zu begrüßen, dass inzwischen viele Schulen im Kreis Düren zusammen mit der Drogenberatungsstelle entsprechende Projekte auf die Beine stellten.

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