Düren - Leere Läden: „Wir haben in Düren ein großes Problem“

Leere Läden: „Wir haben in Düren ein großes Problem“

Von: bugi
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Ecke Wirtelstraße/Hirschgasse: Das Gebäude, in dem früher die Kette „S.Oliver“ war, wird umgebaut. Möglicherweise können bald wieder Kunden willkommen geheißen werden. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Es ist einer der größten Leerstände mitten in der Fußgängerzone: die ehemalige Filiale von S.Oliver. Gestern hat der Ausbau des Hauses begonnen. Wie City-Manager Wilhelm Streb auf Anfrage bestätigte, wird das Haus derzeit renoviert. „Die Besitzer bauen die oberen Geschosse aus, dort wird ein Wohnbereich entstehen. Zudem wird die Fassade erneuert“, so Streb.

Er ist zudem zuversichtlich, dass auch bei der Frage eines neuen Mieters für das Ladenlokal ein Fortschritt erreicht werden kann: „Ich weiß, dass die Eigentümer mit Interessenten in Verhandlungen sind.“

Auch in anderen Bereichen der City sieht Streb Erfolge, leere Ladenlokale neu zu vermieten. Zum Beispiel in der Zehnthofstraße, wo die Betriebskrankenkasse Actimonda erweitert und gleich zwei zusätzliche Ladenlokale übernimmt. Schwierig sei es nach wie vor, in Düren größere Ladenlokale für Interessenten anzubieten.

Streb: „Mir liegen mehrere Anfragen für Düren vor, zum Beispiel auch für einen Bio-Supermarkt und ein Restaurant, aber diese Interessenten wollen teilweise eine Fläche von bis zu 2500 Quadratmetern anmieten, was im Bereich der Innenstadt kaum zu realisieren ist.“ Oder nur, wenn sich Eigentümer zusammenschließen. Ein Beispiel dafür ist in der Oberstraße die ehemalige Schleckerfiliale. Unmittelbar daneben befindet sich das leere Ladenlokal eines ehemaligen Sportgeschäftes. Beides zusammengelegt ergäbe eine größere Fläche.

Weit weniger positiv sieht Jörg Hamel, Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Aachen-Düren-Köln, die Entwicklung. „Wenn sich in der Innenstadt Handelsimmobilen zunehmend in Versicherungen und Banken umwandeln, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Handel nicht mehr in die City geht. Das ist zwar immer noch besser als ein Leerstand, zeigt aber, dass wir auch in Düren ein großes Problem haben.“

Ähnlich wie auch Citymanager Streb schon bei anderen Gelegenheiten erkennt Hamel als eine der Ursachenstark überhöhte Mieten im Innenstadtbereich. Hamel fordert eine grundsätzliche Strategie: „Eine Stadt benötigt ein klares Konzept. Der Dürener Architekt Wolfgang Meisenheimer hat es richtig formuliert: Düren hat sich oft von Investoren die Stadtentwicklung diktieren lassen und es nicht selber gemacht.“ Zu einer Strategie gehöre zudem die Frage der Erreichbarkeit der Innenstadt, also eine bessere Anbindung an den Personennahverkehr, eine Wirtschaftsförderung aus einer Hand und das entsprechende Nahversorgungsangebot, damit Kunden nicht abwandern.

Rainer Guthausen von der IG City ist da eher ernüchtert. „Wir müssen feststellen, dass die solvente Kundschaft eher nach Köln oder Düsseldorf abwandert und wir müssen auch feststellen, dass die Menschen weniger Geld in der Tasche haben.“ Das größte Problem sieht Guthausen allerdings in der Konkurrenz durch das Internet.

Guthausen: „Ich habe schon Kunden gehabt, die ein Bekleidungsstück anprobieren und dann mit dem iPhone den QR-Code scannen um zu sehen, wo man es billiger bekommt. Der Einzelhandel kann nur bestehen, wenn er deutlich mehr Service anbietet.. Nichts ist zum Beispiel preiswerter, als einfach nur freundlich zu sein. Aber daran hapert es ja manchmal schon.“

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