Langerwehe - Langerweher Grüner zeigt Google an

Langerweher Grüner zeigt Google an

Von: oha
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Der Langerweher Jens Ferner hat Strafanzeige gegen Google erstattet. Foto: Ottmar Hansen

Langerwehe. Der Internetanbieter Google fotografiert für sein Programm „Street View” derzeit die halbe Welt ab. Die Gemeinde Kreuzau hat sich verbeten, dass das Google-Aufnahmefahrzeug durch ihre Straßen kurvt.

Der Langerweher Ratsherr Jens Ferner hat Google jetzt angezeigt. Grund: Die Google-Fahrzeuge fotografieren nicht nur Häuser, sondern sollen dabei auch private Daten aus der Internetkorrespondenz aufnehmen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt.

Nicht nur in Kreuzau, auch in Langerwehe sind die Google-Autos schon unterwegs. „Die sind drei Straßen weiter von meinem Haus schon gesehen worden”, weiß Ferner. Wenn es dabei nur um Fotoaufnahmen von Häusern ginge, könne man sich leicht zur Wehr setzen. Ferner: „Teilt ein Hausbesitzer Google mit, dass er sein Haus nicht im weltweiten Netz veröffentlicht sehen will, erscheint nachher auf der Ansicht der Straße statt seines Gebäudes ein schwarzer Fleck.”

Jeder solle sich genau überlegen, ob er sein Haus im Internet sehen möchte. Nicht nur, dass die scharfe Fotografie Einbrechern ihr Handwerk erleichtert. „Auch wenn man gerade einen Müllberg hinter dem Haus hat. Der ist dann für ewig auf der ganzen Welt zu sehen”, gibt der Grünen-Ratsherr zu bedenken.

Mindestens ebenso schlimm sei allerdings, dass Google bei seinen Foto-Fahrten Fetzen aus dem WLAN-Verkehr (sofern nicht verschlüsselt) mit aufzeichne. So bekämen Unbefugte mit, welche E-Mails man an wen versende oder auf welchen Seiten man gerade surfe. „Das Vertrauen in die private Kommunikation muss gewährleistet bleiben”, fordert Jens Ferner. „Man darf doch im eigenen Haus keine Angst haben!”

Der Mitschnitt von Telefongesprächen oder Mails sei lediglich Behörden erlaubt, und das auch nur in ganz bestimmten Fällen. Wer könne schon sagen, was Google mit den aufgenommenen Daten anfange? Womöglich gebe es bald Nachahmer, fürchtet Ferner, der sich seit längerem mit dem Thema „Schwarzsurfen auf dem W-Lan-Anschluss anderer” beschäftigt. Dem Langerweher ist klar, dass es sich in diesem Fall um eine gesetzliche Grauzone handelt. Seine Hoffnung ist: „Egal, zu welchem Schluss die Staatsanwaltschaft nach Prüfung des Sachverhaltes kommt, man hat zumindest einmal etwas Verwertbares auf dem Tisch.”

Welche Wellen der Fall inzwischen geschlagen hat, hat selbst Ferner überrascht. Am Montagmorgen vor einer Woche hatte er um 9 Uhr in seinem Internet-Blog kundgetan, dass er Strafanzeige gegen Google erstattet hat. Über den Internetdienst Twitter habe sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet. Noch am selben Tag, so Ferner, habe sich die Deutsche Presseagentur (dpa) bei dem Langerweher Politiker gemeldet. Und wenig später sei er Thema bei der New York Times und der Süddeutschen Zeitung gewesen.
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