alemannia logo frei Teaser Freisteller

Langerwehe: „Geicher hängen an ihrer Kapelle“

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
6059870.jpg
Kämpfen für den Erhalt der Nikolaus-Kapelle im Langerweher Ortsteil Geich: Edmund Esser, Ortsvorsteher Markus Dahmen und Theo Koch (von links). Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Die Nikolaus-Kapelle in Langerwehe-Geich ist für Theo Koch und Edmund Esser eine echte Herzensangelegenheit. Die beiden Männer sind 74 Jahre alt, in dem 320-Seelen-Dorf geboren und haben ihren Ort nie verlassen. Theo Koch engagiert sich seit 1967 im Kapellenverein, seit 1968 arbeitet er im Vorstand mit. Und macht sich im Augenblick ziemlich große Sorgen.

 „Unsere Kapelle ist zurzeit geschlossen“, sagt er. „Der Dachstuhl hat einen gewaltigen Schaden und muss erneuert werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 140.000 Euro.“ 40 Prozent davon – minus eines Bundeszuschusses also knapp 50.000 Euro – muss der Kapellenverein selbst tragen, damit haben Koch und Esser aber kein Problem. „Wir sind froh“, sagt Esser, „dass es losgeht.“ Normalerweise, so Esser, gehörten vier Männer zum „harten Kern“ des Kapellenvereins, die wirklich intensiv mitarbeiteten. „Aber wenn es darauf ankommt“, so Theo Koch, „kommen auch 20 Leute zum Helfen. Die Geicher hängen an ihrer Kapelle.“ Und das schon mindestens 800 Jahre. „Der Ort ist so alt wie die Kapelle“, sagt Koch. „Und die stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Das hat uns ein Gutachter des Bistums bestätigt. Das genaue Datum kennen wir leider nicht.“ Es ist aber überliefert, dass der Graf von Merode, in dessen Herrschaftsbereich Geich lag, die Kapelle gebaut hat.

Er wollte dem Heiligen Nikolaus zum Dank für seine glückliche Rückkehr als Kreuzfahrer ein Gotteshaus widmen. In gotischer Zeit erhielt die Kirche ein höheres Dach, während der Regentschaft von Heinrich von Hessen wurde ein Großteil durch einen Brand zerstört. 1669 stiftete der Graf von Merode die Balken, woraus das neue, heute noch erhaltene, aber eben marode Gewölbe gezimmert wurde. Später wurden in dem Hospital, das neben der Kapelle stand, Pestkranke gepflegt, was dem Gotteshaus den Beinamen „Pestkapelle“ einbrachte.

Theo Koch: „Die Kapelle hat schon viel erlebt und überlebt. Deswegen bin ich auch zuversichtlich, dass es uns gelingt, den Dachstuhl zu renovieren.“ Das sieht der junge Ortsvorsteher Markus Dahmen (30) ähnlich. „Unsere Kapelle ist ein Ausnahmeprojekt, das vom Bistum Aachen gefördert wird. Wir haben schon die mündlichen Zusagen, dass wir mit den Arbeiten anfangen können.“ In einem ersten Schritt muss jetzt genau geprüft werden, was an dem maroden Dachstuhl des Kirchleins alles gemacht werden muss. „Das Bistum“, so Markus Dahmen, „hat einen Architekten und einen Statiker beauftragt, der genau das jetzt festlegen wird. Und der wird dann auch entscheiden, was wir in Eigenleistung machen dürfen.“ Und dann krempeln Theo Koch, Edmund Esser und ihre Mitstreiter sofort die Ärmel hoch und legen los.

So wie beispielsweise auch schon vor sechs Jahren, als sie den kompletten Weg von der Straße bis zur Kapelle neu gepflastert haben. „Das 125-jährige Jubiläum des Männergesangvereins ‚Liederkranz Geich‘ werden wir wohl im nächsten Sommer noch im Zelt feiern müssen“, sagt Markus Dahmen. „Aber ich hoffe, dass die Kapelle Ende 2014 wieder genutzt werden kann.“ Angemerkt

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert