Heimbach-Vlatten - Kurzweilige Geschichtsstunde an einem historischen Ort

Kurzweilige Geschichtsstunde an einem historischen Ort

Von: ale
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Den vielen interessierten Zuhörern stellte der Autor Thomas R. P. Mielke den heranwachsenden Karl, den späteren Herrscher über Europa, in seinem Roman vor. Foto: Anneliese Lauscher

Heimbach-Vlatten. Der Lit.Eifel e.V. hatte am Freitag zur Lesung in die Vlattener Pfarrkirche eingeladen; nahezu alle Bänke waren besetzt. Thomas R. P Mielke fand für sein Buch „Karl der Große – Das Buch seines Lebens“ eine interessierte Zuhörerschar in einem einzigartigen Ambiente.

Helmut Latz, Küster und Organist an St. Dionysius Vlatten, begrüßte die Gäste und wies stolz darauf hin, dass sie sich hier in einer der ältesten Kirchen der Region befänden: Im Jahre 839 wurde „Flatera“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Er überließ es dann Professor Frank Günter Zehnder, dem Direktor der Internationalen Kunstakademie Heimbach, weitere erläuternde Worte an die Literaturfreunde zu richten. „Wir haben gute Gründe, heute Abend diese Lesung hier anzubieten, an einem der wichtigsten historischen Orte der karolingischen Zeit“, sagt Professor Zehnder. Vlatten sei eine Königspfalz gewesen und habe als Gerichtssitz Bedeutung gehabt. „Die wuchtigen Untergeschosse des Turms dieser Kirche gehen wahrscheinlich auf eine Kapelle der Königspfalz zurück“, erläuterte er.

Thomas Rudolf Peter Mielke wies zunächst auf viele Schriften und Bücher hin, die gerade im Karlsjahr von Hand zu Hand gingen. „Karls Leben ist immer wieder umgeschrieben worden, sein Handeln immer wieder anders gedeutet worden; es gibt geschönte Aufzeichnungen, Verwechslungen, sogar gefälschte Urkunden“, weiß der Schriftsteller. Ihn reizte es, einen Roman zu schreiben, und zwar über den jungen Karl. „Die Handlung ist frei erfunden, wenngleich in den historischen Zusammenhang eingebettet. 1200 Jahre nach seinem Tod sollte Karl das Recht haben, ein Mensch zu sein“, meinte Thomas R. P. Mielke.

Der junge wissbegierige Karl wurde den Zuhörern zunächst als Zwölfjähriger vorgestellt, der gemeinsam mit seinem Onkel dem Papst entgegenreitet. Stefan II. hatte sich auf eine unvorstellbar strapaziöse Reise über die Alpen begeben, um Pippin III., Karls Vater, um Hilfe zu bitten. Mielke malt hier ein Bild der Zeit, er versetzt sich mit viel Fantasie in die Menschen; er lässt den jungen Karl spitzfindige Dialoge mit seinem Onkel führen und vermittelt dem Leser die Verknüpfungen zwischen Kirche und politischen Machthabern.

Karl muss viel lernen, er ist von Priestern umgeben, die mit ihm lateinisch sprechen, seine kluge Mutter Bertrada lenkt ihn zum Ergründen der Zusammenhänge. Außer seinem Streben nach Wissen fällt auch bald seine Fähigkeit, Menschen zu manipulieren, auf; er gewöhnt sich schon früh daran, Macht auszuüben.

Die Besucher der Lesung lauschten im altehrwürdigen Gemäuer dem Vortrag des Literaten, sie bewunderten seine Vorstellungskraft und klare Sprache. Etliche Bücher musste Thomas R. P. Mielke zum Schluss signieren. ale

 

 

 

 

P. Mielke in der St. Dionysius-Kirche in Vlatten begrüßen zu können.

 

6, 7: Den vielen interessierten Zuhörern stellte der Autor Thomas R. P. Mielke den heranwachsenden Karl, den späteren Herrscher über Europa, in seinem Roman vor. ale

 

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