Düren - „Kunstrukt“: Wo die Welt gerne auch ganz bunt sein darf

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„Kunstrukt“: Wo die Welt gerne auch ganz bunt sein darf

Von: Burkhard Giesen
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Jutta Gigler vom Dürener Künstlerstammtisch „Kunstrukt“ zeigt ab Samstag zwölf Werke in der Dürener Marienkirche. Die Vernissage beginnt um 15 Uhr.

Düren. Wenn sich am Samstag um 15 Uhr die Tür zur Marienkirche öffnet, können die Besucher im Rahmen des Programms zur „Nacht der offenen Kirchen“ in einen Zyklus von zwölf Bildern eintauchen, die die Dürener Künstlerin Jutta Gigler unter dem Obertitel „Transzendenzen“ geschaffen hat.

Gigler gehört gemeinsam mit Tanja Bürger zur Mitbegründerin des 1. Dürener Künstlerstammtisches „Kunstrukt“, der Mitte 2013 aus der Taufe gehoben wurde. „Es gibt nur wenig organisierte freie Kultur“ in Düren, sagt Gigler. „Über den Stammtisch lernen sich Künstler aus unserer Region kennen, die vorher keinen Bezug zueinander hatten.“

Der Gedankenaustausch steht im Mittelpunkt der Treffen jeweils am letzten Dienstag im Monat im Komm-Zentrum. Von Jülich bis Heimbach reicht das Einzugsgebiet. „Im direkten Kontakt kann man schneller Ideen entwickeln und vor allem auch umsetzen“, ergänzt Tanja Bürger. Unter dem Motto „kunstruktives kunstwerken“ ist der lockere Stammtisch erstmals im Juni an eine breitere Öffentlichkeit getreten.

Da gab es die „Kunstruktiv-Tage“ in der alten Stadtgärtnerei Düren, die sowohl beim Publikum als auch beim Dürener Service-Betrieb gut angekommen sind. „Die Stadtgärtnerei würden wir gerne öfter nutzen“, sagt Jutta Gigler, die von einem Gemeinschaftsatelier für den Künstlerstammtisch träumt – eben weil in so einem Rahmen auch der 21-jährige Graffiti-Künstler auf den 70-jährigen Bildhauer stoßen könnte und beide voneinander lernen würden.

Ideen hat der Künstlerstammtisch jedenfalls zur Genüge: von der Kunstschule übers Gemeinschaftsatelier oder Ausstellungen in leer stehenden Geschäften, bis zu Aktionen, einfach in der Öffentlichkeit zu arbeiten. „Düren ist manchmal ein bisschen schnarchig“, sagt Tanja Bürger, und meint damit die „hohe Kultur“. „Wir wollen das eher niedrig schwellig anlegen“, ergänzt sie. „Wir haben einfach eine andere Zielgruppe. Das Museum ist ein bisschen das Elite-Ding. Meine Welt will ich bunter haben.“

Bunt ist auch die Bildsprache von Jutta Gigler, die ihre Freiräume durch das Älterwerden ihrer Kinder nutzt, um sich wieder verstärkt ihrer kreativen Seite zu widmen. „In den letzten Jahren haben bei mir entweder die Kinder oder die Kunst gelitten“, erzählt sie und wünscht sich, bald wieder von ihrer Kunst leben zu können. „In meinem Leben kann ich improvisieren. Bei der Kunst bin ich Perfektionistin“, gesteht Gigler.

Perfektionismus könnte die beste Voraussetzung sein, um im bunten Kunstalltag von Düren bestehen zu können und im Austausch mit den Kollegen noch viele weitere Aktionen und Ausstellungen zu bestreiten. Die Ausstellung „Tranzendenzen“ öffnet heute um 15 und wird am Freitag, 26. September, 18 bis 21 Uhr, mit einer Finissage beendet. Die Bilder können jeweils samstags und sonntags von 12.30 bis 16 besichtigt werden.

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