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Kunst als Brücke zwischen den Religionen

Von: bel
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Die Künstler Carmen Dietrich
Die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten (v.l.) trafen sich zum ersten gemeinsamen Gespräch mit der Sprechergruppe des BgR zur Planung des Projekts „Engel der Kulturen”. Foto: bel

Düren. In knapp einem Jahr, so beschlossen die Sprecher des „Bündnisses gegen Rechts” (BgR) zusammen mit ihren Gästen in der Aula des „Büros der Regionaldekane”, wird ein Reifen aus Stahl, Durchmesser 150 Zentimeter, durch einige Straßen Dürens rollen.

Drei Ziele sind vorgegeben, die der „Engel der Kulturen” erreichen muss: eine christliche Kirche, eine Mosche und die Stele, wo einst die jüdische Synagoge stand.

Was ist das Ziel? Die beiden bildenden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten wollen etwas gegen die immer größer werdende Kluft zwischen den drei monotheistischen Weltreligionen unternehmen. Auf allen Kanälen, in vielen Printmedien fanden und finden sie nahezu täglich Berichte über Dialoge zwischen Politikern und Vertretern der Religionsgemeinschaften.

„Gäste in den Talkshows sagen Worte, immer nur Worte”, beklagte sich Gregor Merten, „die kein Zuhörer mehr wahrnimmt, weil keine Veränderungen folgen.” Das wollten und wollen Gregor Merten und seine Kollegin Carmen Dietrich so nicht hinnehmen. „Menschen brauchen neben dem gesprochenen und gedruckten Wort Bilder und Symbole”, erklärte Künstlerin Dietrich die Motivation ihres Handelns.

Hunderte von Zeichnungen wurden ent- und verworfen, bis die Idee geboren war: Dem runden Erdkreis nachempfunden, entstand ein großer Stahlreifen. In den Rand des Stahlreifens hinein platziert sind ein Stern als Zeichen für das Judentum, der Halbmond, als Zeichen für den Islam, und das Kreuz als Symbol für das Christentum. Trennt man den inneren vom äußeren Kreis, so wird ein Engel sichtbar. Engel, so erklärte Merten, seien in allen drei Religionen als Boten anerkannt.

Seit 2008 nun ziehen Carmen Dietrich und Gregor Merten durch NRW. In vielen Städten der Bundesrepublik, im Süden und im Norden, im Westen und im Osten, haben die Künstler aus Burscheid im Bergischen Land die Menschen mobilisiert. Ihr Weg führte sie durch Städte auf dem Balkan bis nach Istanbul. Überall rollten sie, manchmal mit großen Schwierigkeiten verbunden, den Engel der Kulturen über die Straßen. „Wir sind stolz darauf, Menschen unterschiedlichen Glaubens an unserer Aktion zu beteiligen”, erklärte Carmen Dietrich. Die Fotos, die sie dazu von Skopje, Istanbul und anderen Orten zeigte, ließen kleine positive Pflänzchen hin zu einem langsamen Friedensprozess erahnen.

Eingeladen zu diesem Projekt sind alle Kindergärten, Schulen, Jugendheime, Kirchen, Kultureinrichtungen und Religionsgemeinschaften, die in und um Düren angesiedelt sind. Bei der ersten Informationsveranstaltung in der Aula des Büros der Regionaldekane erklärten sich schon einige Gruppierungen und Institutionen bereit, aktiv teilnehmen zu wollen.

Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, die die Aktion im September 2013 vorbereitet. Nähere Informationen sind im Internet zu finden.
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