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Kulturtage: Vettweiß zwischen Jazz und Zapfenstreich

Von: Burkhard Giesen
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Im Park von Burg Gladbach werden zehn Künstler – unter ihnen auch Stefan Knor und Caroline Lauscher (rechts) – einen Weg für die Sinne entwerfen. Links der Vettweißer Bürgermeister Josef Kranz und VettCult-Vorsitzender Bernd Blümmert (4. v.l.). Foto: Burkhard Giesen

Vettweiß. Wer befürchtet hat, dass der Vettweißer Kabarettist Achim Konejung die in seinem neuen Programm „Letzte Ausfahrt Eifel“ angedeutete Drohung, in der Eifel um Asyl nachzusuchen, Realität werden könnte – der darf aufatmen. Konejung ist und bleibt Vettweißer und wird sich natürlich auch an den Vettweißer Kulturtagen im Juli beteiligen.

Zehn Jahre ist es her, dass die kleine Gemeinde das letzte Mal Kulturtage veranstaltet hat. „Damals noch als Kreiskulturtage“, erinnert sich Bürgermeister Josef Kranz. Zeit also, erneut einen Blick auf das erstaunlich breite Kulturangebot zu werfen. Genau das wird vom 13. bis zum 21. Juli eine Woche lang täglich geschehen.

Enge Zusammenarbeit

„Wir haben viel Wert darauf gelegt, einen Abriss des kulturellen Lebens von Vettweiß zu präsentieren“, so Kranz. Möglich wird das zum einen durch die vielen Sponsoren, die das Programm tragen, vor allem aber durch die enge Zusammenarbeit von Gemeinde und der Kulturinitiative VettCult.

Schon der Auftakt der Veranstaltungsreihe bietet ein ganz besonderes Highlight. Zehn Künstler werden am Samstag, 13. Juli, im Park der Burg Gladbach Kunstwerke ausstellen, Klanginstallationen präsentieren und einen Weg für die Sinne gestalten. Der riesige Park mit wunderschönem alten Baumbestand ist erstmals in dieser Form überhaupt für die Öffentlichkeit zugänglich – und das eine ganze Woche lang jeweils von 11 bis 19 Uhr. Zusätzlich gibt es täglich um 16 Uhr Führungen.

Heiter, bissig und nachdenklich dürfte der schon erwähnte Kabarettabend mit Achim Konejung unter dem Motto „Hühnchen explodieren am Horizont“ am Mittwoch, 17. Juli, in der Alten Schmiede zu Kelz werden. Mit dabei ist Hubert vom Venn, mit dem er eine satirische Bestandsaufnahme unserer Landschaft zwischen Hähnchenmast und Indemann präsentiert. Unterstützt wird Konejung zudem vom Eifelkrimi-Autor und Verleger Ralf Kramp und dem Komponisten Wolfgang Reyscher.

Top-Act der Vettweißer Kulturtage dürften die Bläck Fööss sein, die am Samstag, 20. Juli, zusammen mit der Gruppe „Echte Fründe“ in der Gladbacher Festhalle gastieren. Wer hier dabei sein will, muss sich allerdings sputen: die Veranstaltung ist nahezu ausverkauft, es sind aber noch Restkarten zum Preis von 22 Euro erhältlich.

Abgerundet wird das Programm durch ein großes Marktfest, Puppentheater für Kinder, Ausstellungen, ein Gospelkonzert, einen Jazzfrühschoppen und ein Konzert der Musikvereine. Zusätzlich wird es auch wieder ein Rockkonzert gegen Rechts geben – zum vierten Mal bereits. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter wieder mit 250 Besuchern.

Besonders reizvoll dürften auch noch drei weitere Veranstaltungen sein: So werden im Laufe der Kulturtage ein Abendspaziergang durch den Vettweißer Busch, eine archäologische Wanderung entlang des Drover Berg-Tunnels (eine ehemalige römische Wasserleitung) und eine Fahrradtour zu den jüdischen Friedhöfen angeboten. Bernd Blümmert von der Initiative VettCult: „Vettweiß hatte eine reiche, jüdische Kultur vorzuweisen, von der heute nur noch Relikte übrig sind.“ Genau die sollen besichtigt werden, die Friedhöfe, ehemalige Wohnhäuser und die frühere Synagoge.

Der überwiegende Teil der Veranstaltungen ist für Besucher kostenfrei, teilweise wird um eine vorherige Anmeldung gebeten. Infos und Karten gibt es bei der Gemeindeverwaltung, Telefon 02424/2090.

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