Düren - Kürzungspläne bei der Bildung werden in Düren abgelehnt

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Kürzungspläne bei der Bildung werden in Düren abgelehnt

Von: Margret Vallot
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Kürzungspläne bei der Bildung stoßen in Düren auf wenig Gegenliebe. Im Gegenteil: Ablehnung und Empörung bei den Fachleuten sind groß.

Düren. „Sparen an der Bildung, das ist das Sinnloseste, was es gibt.” Manfred Grösgen, der stellvertretende Leiter der Städtischen Hauptschule St. Josef hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, wenn man ihn auf neue Sparvorhaben im Bildungsbereich anspricht. Die sind derzeit in mehreren Bundesländern geplant.

42 Kinder sind derzeit für die 5. Klasse der Hauptschule St. Josef angemeldet. Deutlich mehr Neue werden allerdings dort ab dem 30. August (erster Schultag nach den Ferien) zur Schule gehen. Sogar in der ersten Schulwoche gebe es noch Anmeldungen, so Grösgen, „weil die Eltern bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Gesamtschule ihr Kind vielleicht doch noch nimmt”.

Auch der Vorsitzende des Schulausschusses in Düren, Hermann-Josef Geuenich, hält rein gar nichts von den Plänen beispielsweise seines Parteifreundes, CDU-Ministerpräsident Roland Koch in Hessen. „Die Betriebe klagen, dass die Jugendlichen nicht wirklich gut ausgebildet sind”, sagt Geuenich. Da sei das Sparen im Bildungsbereich genau falsch. Mit Blick auf die 32 jungen Menschen, die in der Heinrich-Böll-Gesamtschule die schriftlichen Abiturprüfungen hinter sich und die mündlichen (im Juni) noch vor sich haben, meint Geuenich, der auch Leiter dieser Gesamtschule ist: Es würden an den Hochschulen Menschen ausgebildet, „von denen Innovationen für das ganze Land ausgehen”, an den Universitäten dürfe deshalb ebenfalls nicht gespart werden.

150 Jungen und Mädchen werden im Sommer übrigens in die 5. Klassen der Heinrich-Böll-Gesamtschule gehen, nur sechs Kinder (mit Hauptschul-Empfehlung) mussten abgewiesen werden.

26 Anmeldungen verzeichnet zur Zeit noch Heidemarie Hardacker, die Rektorin der Hauptschule Birkesdorf. Auch dort geht man aber von letztlich zwei Anfangsklassen aus, weil auch dort noch bis zuletzt Jungen und Mädchen angemeldet werden. Über Sparpläne im Bildungsbereich „sind wir alle fassungslos”, berichtet die Rektorin von sich und ihrem Kollegium. Es wisse doch nun jeder, „dass es nichts Schlimmeres gibt, als an der Zukunft zu sparen”.

Was an Schulen und Hochschulen möglich sei, wirke sich direkt auf die Wirtschaftskraft Deutschlands aus. Dabei müssten Kindergärten und Schulen heutzutage außer Wissen noch Kompetenzen vermitteln, die die Eltern - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr vermitteln. Auszubildende brauchten Nachhilfe in Mathematik und Deutsch, und sogar an Hochschulen würde Nachhilfe erteilt. „Dazu braucht man Ausstattung und Personal, und das muss bezahlt werden.”

In der Anne-Frank-Gesamtschule, wo jetzt 26 Jugendliche im Abitur stehen, werden mit 120 Neuaufnahmen für das kommende Schuljahr die Eingangsklassen wieder vierzügig sein. Schulleiter Hans-Willi Stollenwerk hält, ebenso wie sein Oberstufenkoordinator Winfried Wynands, das Sparen im Bildungsbereich „für das Schlimmste, was man in Deutschland machen kann”.

Stollenwerk meint allerdings außerdem, „dass man die Qualität eines Bildungswesens vielleicht nicht allein in Euro oder Dollar messen sollte”. Er regt an, über die sinnvolle Verwendung von Haushaltsmitteln nachzudenken. Bildung lasse sich möglicherweise effizienter gestalten. Konkret fragt sich der Schulleiter, ob sich die Erweiterung auf Ganztagsbetrieb, wo viel Geld investiert wird, tatsächlich auf die Qualität von Bildung und Schule niederschlage. „Ich habe nicht das Gefühl, das jahrelange Erfahrungen und erprobte Konzepte der Gesamtschulen hinsichtlich Ganztagsunterricht genutzt werden.”
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