Künstlerin Sarah Schiffer: Scherenschnitte und kreative Einlagen

Von: Bruno Elberfeld
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Sarah Schiffer (r.) begrüßte die zahlreichen Gäste im Junkerhaus mit kreativem Tun. Werkstoff Papier und Pappe. Foto: bel

Simonskall. Franz Tiedtke, Leiter des Junkerhauses in Simonskall, eröffnete die Ausstellung, eine von Vieren in diesem Jahr. Bürgermeister Axel Buch begrüßte in seiner Funktion als Vorsitzender von „HöhenArt Hürtgenwald“ die zahlreich angereisten Gäste, Angelika Schels-Bernards stellte in ihrer Laudatio die Künstlerin Sarah Schiffer und ihre Werke vor.

Die Laudatorin, so erklärte sie, erledige diese Arbeit mit Vergnügen, sei sie doch von Kindesbeinen an mit Sarah Schiffer bekannt und begleite sie seit Jahren in ihrem künstlerischen Schaffen.

Sarah Schiffer kommt von der Bildhauerei, hat Figuren aus Holzblöcken herausgeschlagen. So oder so ähnlich, die Werkzeuge sind verschieden, entwickle sich auch der Scherenschnitt, erklärte Schels-Bernards. Der Auftrag lautet hier wie da „Abbilden durch Wegnahme“. Das Kunstwerk wird auf das Wesentliche heruntergeschnitten. Es entstehen Figuren.

Ganze Geschichten

Schiffers Figuren sind in Aktion, streben vertikal, diagonal oder auch horizontal irgendwo hin. Dem Beobachter können sie, wenn er sich Zeit und Muße für eine eingehende Betrachtung nimmt, ganze Geschichten erzählen. Laudatorin Schels-Bernards hatte in ihrem Referat den Hörern empfohlen, ihre Köpfe nach der offiziellen Eröffnung in einen „Lautlos-Modus“ zu versetzen, damit die Aussage der Kunstwerke in tiefere menschliche Regionen eindringen könne.

Sarah Schiffers Scherenschnitte waren anfänglich schwarz und weiß. In jüngster Zeit arbeitet sie mit farbigen Materialien. Ins Auge fallen beim Eintritt im ersten Ausstellungsraum Großformate mit bunten, geometrischen Hintergründen, nicht unähnlich einer Kreuzform und damit an Kirchenfenster erinnernd. Vor diesen bunten Mustern, es sind übrigens Tapeten, bewegen sich Figuren himmelwärts.

„Undekorativ“

Sarah Schiffer, so verriet es Angelika Schels-Bernards, bezeichnet ihre Scherenschnitte als „undekorativ“. Über ein Sofa am warmen Kamin würden sie nicht passen. Eine der Devisen der Dürenerin, einem Zitat des Künstlers Jathos (Kalltalgemeinschaft) entnommen, lautet: „Werde einfach, bis du einfach, bis du wesentlich bist!“

Entlassen waren die Gäste im Junkerhaus nach der Laudatio keineswegs. Denn jetzt trat Sarah Schiffer selbst auf. Sie packte ein Überraschungspaket aus, in dem weitere kleine Kartons versteckt waren.

Uraltes Akkordeon

In allen Kartons lagen Briefe, in denen der Künstlerin mitgeteilt wurde, dass es kein Budget für ein Honorar, kein Budget für das Porto für die Einladungen gebe. „Aber“, so endeten die guten Wünsche, „sie ist ja kreativ und soll selbst dem Notstand die Stirn bieten.“ Aus Pappe, Papier und Bildern eines beiliegenden Buches bastelte Sarah Schiffer zur Freude der Gäste eine eigene Laudatorin, Menschen in Form von Flaschen symbolisierten die Gäste. Zu guter Letzt, denn es war ja auch kein Geld für Musik da, kramte die Künstlerin ein kleines, uraltes Akkordeon hervor, auf dem sie „Jetzt fahr‘n wir über‘n See, über‘n See“ spielte. Das Lied wurde im Übrigen von Niemandem im Raum erraten. Die Scherenschnitte von Sarah Schiffer sind noch bis zum 23. Juni sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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