Düren - Künstlerin Marianne Pitzen stellt im Papiermuseum aus

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Künstlerin Marianne Pitzen stellt im Papiermuseum aus

Von: Stephan Johnen
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Umrahmt von Matronen: Der Kult fasziniert Künstlerin Marianne Pitzen seit Jahren. Foto: Stephan Johnen

Düren. Wer wie Marianne Pitzen mit Papier arbeitet, interessiert sich auch für die Herkunft und die Produktion des Werkstoffes. Es war kein Zufall, dass der Weg sie nach Düren geführt hat. „Ich wollte schon immer im Papiermuseum ausstellen“, berichtet die Bonner Künstlerin, die auch Gründerin des weltweit ersten Frauenmuseums ist.

Am 1. Mai ist es soweit, dann wird die Ausstellung „Schwarze Vögel – Weiße Frauen“ eröffnet. Es ist – sollte die Politik den Plänen grünes Licht geben – auch eine Art Abschiedsvorstellung des „alten“ Museums, denn im Sommer sollen die Umbauarbeiten beginnen.

Zu sehen sind lebensgroße Frauenfiguren aus Zeitungspapier in weiten Gewändern. Es sind Matronen. Dieser weitgehend unerforschte Kult um die „weisen Frauen“ fasziniert die Künstlerin seit Jahren. Besonders im südlichen Rheinland häufen sich die Funde von Kultstätten und Matronen-Steinen. Meist waren es Männer, die die Weihesteine aufgestellt haben. „Offenbar hatten diese Frauen eine große Kraft, sie haben die an sie herangetragenen Bitten erhört“, sagt die Künstlerin aus Bonn. In der Antike saßen die Matronen meist zu dritt auf einem Weihestein, Marianne Pitzen jedoch versammelt größere Gruppen. Mit ihren Werken möchte sie die Geschichte fortführen, sie weitererzählen, sie lebendig halten und die Matronen weiter in unserer Welt verankern.

Die Figuren sind zum Teil um einen Arbeitstisch gruppiert und scheinen der Tätigkeit des „Trauerränderns“ nachzugehen. Das Einfärben von Karten und Umschlägen wird in der Papierindustrie bis heute eingesetzt, die Ausstellung schlägt damit in doppelte Hinsicht einen Bogen zur Papierstadt Düren. Für Marianne Pitzen ist dieses „Trauerrändern“ auch eine Verbeugung vor den Opfern des Ersten Weltkriegs, der vor 100 Jahren die Welt in Brand steckte. Auf einem Bildschirm läuft ein Film, der die Herstellung der Trauerkarten zeigt. Ergänzt wird die Szenerie von schwarzen Vögeln und „Gewürm“, wie Marianne Pitzen es ausdrückt. Tod und Trauer, Lebenskraft und Hoffnung sind auf kleinstem Raum vereint.

Als Grundmaterial für ihre Plastiken verwendet Marianne Pitzen Zeitungspapier, das sie einfärbt. „In diesem Papier steckt Wissen“, erklärt sie. Ihre Botschaft lautet: „Die Menschen sollen aus der Geschichte gefälligst etwas lernen!“

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