Künstler Klaus Dauven erklärt sein Schaffen mit dem Hochdruckreiniger

Von: jof
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Im Museumsdialog erklärte Klaus Dauven seine künstlerische Arbeit mit Staubsauger und Hochdruckreiniger.

Düren. „Depatination“, ein Kunstwort. Kein Wort des Duden wäre ansatzweise in der Lage, die künstlerische Arbeit von Klaus Dauven zu beschreiben, die in ihrer Grundidee einfacher nicht sein kann. Frei übersetzt heißt Depatination so viel wie „Entfernen witterungsbedingter Schichten“.

Plump könnte man auch behaupten, Klaus Dauven mache sauber, um seine Kunst entstehen zu lassen, doch es steckt weitaus mehr dahinter, wie beim jüngsten Museumsdialog, unter der Leitung von Dr. Renate Goldmann, Direktorin der Museen der Stadt Düren, im Leopold-Hoesch-Museum deutlich wurde.

Um verstehen zu können, wie die Kunst entsteht und funktioniert, hielt Klaus Dauven zunächst einen Vortrag über die Entstehung, Entwicklung, Umsetzung und Fertigstellung seiner Projekte. Nicht zuletzt ebnete ihm ein Zufall den Weg für sein heutiges Schaffen. Beim Entfernen von Kohleresten an einer seiner Arbeiten, griff er zum Staubsauger und stellte fest, dass man mit jenem Reinigungsgerät wunderbar zeichnerisch arbeiten kann.

Der Vortag, eine chronische Darstellung seines Schaffens, die 1997 mit eben diesem Zufall begann, war alles andere als ein müdes Abhaken von Jahreszahlen.

Die vielen persönlichen Anekdoten, die mit seinen Arbeiten verbunden sind, sorgten für allgemeine Erheiterung.

Die charmante Art und Weise, wie er seine anfänglichen Mühen mit der Drahtbürste schilderte, indem er komplette Brückenpfeiler „abschrubbte“ und später ganze Staumauern mit einem Hochdruckreiniger künstlerisch gestaltete, machten deutlich, wie arbeitsintensiv und körperlich anspruchsvoll die Herausforderungen tatsächlich waren.

Da verwundert es kaum, dass Klaus Dauven auch für sich arbeiten lässt. Kein Geringerer als die Natur hinterlässt ihre Spuren zeichnerisch an einer Hauswand, Brückenunterführung oder Straßenschildern, eindrucksvoll zusammengetragen im Bildband „Windzeichnungen“. Doch eben die Natur ist es, die sich seine Kunstwerke durch frische Ablagerungen wieder zurückholt und verblassen lässt, bis sie ganz verschwunden sind. Die Vergänglichkeit ist ein großes Thema in Dauvens Arbeiten.

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