„Kreuzweg des Friedens” soll zum Nachdenken anregen

Von: Andreas Bongartz
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Konrad Schöller möchte mit dem „Kreuzweg des Friedens” zu einer Reflektion mit dem Thema Krieg beitragen. Der Wanderweg führt auch ins Kalltal, wo das Mahnmal „A Time For Healing” zu finden ist. Foto: A. Bongartz

Schmidt. „Wissen Sie wo die Panzerkette ist?” Die Frage der drei jungen Männer löst bei Konrad Schöller ein wenig Bauchschmerzen aus. Er weiß natürlich, wo sich das Relikt des Zweiten Weltkriegs befindet und gibt Auskunft.

Aber dennoch: Angesichts von Springerstiefeln sowie olivgrünen Hemden und Hosen bleibt da ein ungutes Gefühl bei ihm zurück. Nämlich der Verdacht, dass es dem Trio nicht um eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit geht, sondern um die Faszination von Kriegswaffen.

Es sind solche Begegnungen, die Konrad Schöller an der Erinnerungskultur in Deutschland zweifeln lassen. Häufig stehe eine Verklärung des Soldatentums im Mittelpunkt, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema komme zu kurz. Ein Beispiel hierfür seien die zahlreichen Denkmäler und Mahnmale rund um Schmidt: Diese erinnern stets nur an Mitglieder der Kriegsparteien. Was ist mit den Opfern des Krieges? „Ich weiß, dass es hier in der Region Gefangenenlager gegeben hat. Auch diese Leute darf man nicht vergessen,” so Schöller.

Für eine sinnvolle Ergänzung der deutschen Erinnerungskultur möchte Schöller, mit einem „Kreuzweg des Friedens” beitragen. Bei dem Kreuzweg handelt es sich um einen gut zehn Kilometer langen Wanderweg, den man in der katholischen Pfarrgemeinde St. Hubertus in Schmidt im Rahmen der Friedensarbeit unter Federführung von Schöller konzipiert hat. Zu Fuß sollen der Krieg und seine Folgen kritisch reflektiert werden. Und wo würde sich das besser anbieten als rund um Schmidt? Im Winter 1944/45 tobte dort der Zweite Weltkrieg, die Schlacht im Hürtgenwald war einer der erbittertsten Kämpfe des Krieges. Die Amerikaner erlitten hier Verluste, die mit denen in Vietnam gleichzusetzen sind.

Mit dem Kreuzweg will man Leid und Zerstörung, die mit Kriegen einher gehen, greifbar machen. Dazu wählt man auch drastische Methoden: Der Weg beginnt mit einem Film im Nationalpark-Infopunkt in der Kirche. Dort wird auch eine Dauerausstellung zum Thema Krieg präsentiert. Sehen kann man unter anderem grausame Bilder von Kriegsleichen. „Wir wollen die schrecklichen Auswirkungen von Kriegswaffen zeigen, deshalb diese Bilder,” rechtfertigt Schöller die ungewöhnliche Schau.

Von der Kirche aus geht es auf einen Rundweg über Kommerscheidt ins Kalltal und zurück. Unterwegs passieren die Wanderer neun Stationen mit Relikten des Zweiten Weltkriegs. Zudem möchte Konrad Schöller Führungen anbieten, die mit Vorträgen oder Gedichten weitere Gedenkanstöße geben sollen. „Man muss darüber reden, was passiert ist.”

Das Projekt Kreuzweg erfordert zwar noch einiges an Arbeit, im Großen und Ganzen ist die Route allerdings schon fertig, Flyer wurden bereits erstellt. Man wartet nur noch auf Zuschüsse, hier wurde man durch die Auflösung des Kirchenvorstands zurück geworfen: Einer der Sponsoren sprang zwischenzeitlich ab. Nachdem der Kirchenvorstand jetzt wieder im Amt ist, soll das Projekt wieder aufgerollt werden. „Der Kirchenvorstand hat mehrheitlich ein großes Interesse am Kreuzweg. Wir wollen ihn auf jeden Fall realisieren,” meint etwa Kirchenvorstandsmitglied Adalbert van Londen.
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