Kreuzau - Kreuzau will seine Streuobstwiesen an den Mann bringen

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Kreuzau will seine Streuobstwiesen an den Mann bringen

Von: Margret Vallot
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Auf einer Streuobstwiese darf
Auf einer Streuobstwiese darf altes Gehölz nicht so ohne weiteres entfernt werden. Gerade in Kreuzau gibt es viele typische Streuobstwiesen, sie sollen erhalten bleiben. Foto: Margret Vallot

Kreuzau. In der heutigen Ratssitzung steht unter anderem ein Antrag der Kreuzauer Grünen auf der Tagesordnung, in dem es um Streuobstwiesen geht. Die Antragsteller möchten diese traditionelle Form des Obstbaus in Kreuzau erhalten, und die Fraktionsvorsitzende Astrid Hohn weiß: Es gibt Bauern, die können ihre Wiesen nicht mehr pflegen und es gibt andere, die haben keine Wiese, möchten aber eine pflegen, das Obst ernten und zu Saft verarbeiten.

Diese beiden Gruppen soll, so stellen es sich die Grünen vor, die Gemeinde zusammenbringen. Die Mitglieder der anderen Parteien im Rat haben schon Zustimmung signalisiert.Streuobstwiesen sind etwas landschaftlich Wertvolles.

Sie sind der spannende Gegenpol zu den monokulturellen Obstplantagen neuerer Zeit. Die Früchte - meist sind es Äpfel - auf den Streuobstwiesen haben einen intensiven und fruchtigen Geschmack, anders als das Obst der Plantagen.

Der Streuobstanbau hatte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große kulturelle, soziale, landschaftsprägende und ökologische Bedeutung. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und durch das Bau- und Siedlungswesen wurden jedoch Streuobstwiesen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. Heute gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

Den Wert von Streuobstwiesen weiß auch der Kreis Düren als Untere Landschaftsbehörde sehr zu schätzen. Er hat die Wiesen des Kreises zu „geschützten Landschaftsbestandteilen” erklärt. Damit ist verbunden, dass es Verbote gibt, also Maßnahmen, vor denen diese Wiesen geschützt werden.

Die Verbote sind folgende: Aus Streuobstwiesen darf kein Bauland oder Acker gemacht werden. Es dürfen nur ortsübliche Zäune aufgestellt werden. Altes Gehölz darf nicht entfernt werden, alte und kaputte Bäume müssen stehen bleiben.

Und: Auf einer Streuobstwiese darf man nichts abstellen, keinen Wohnwagen, kein altes Auto usw. Außerdem darf dort keine Chemie zum Einsatz kommen. Wer gegen diese Verbote verstößt, wird bestraft. Dazu gibt es noch Gebote, um deren Einhaltung lediglich gebeten werden kann: Man soll die Obstbäume pflegen, neue Bäume pflanzen und das Alt- und Totholz erhalten.

In Kreuzau gibt es auffallend viele Streuobstwiesen. Allerdings haben die Bauern ein Alter erreicht, in dem das Pflegen der Wiesen nicht mehr zu schaffen ist. Der Nachwuchs interessiert sich oft nicht für die Wiesen. Förderprogramme und Unterstützung bietet der Kreis Düren an, außerdem die Biostation und verschiedene Naturschutzverbände. Im Kreuzauer Bereich ist sogar eine Obstpresse im Einsatz, die die Früchte zu Saft presst.

Die Grünen schlagen mit ihrem Antrag vor, dass die Gemeinde (wie eine Börse) Ansprechpartner wird für alle, die eine Wiese besitzen und auch für die, die eine Wiese nutzen und pflegen wollen. Das Thema wird heute, 26. Juni, ab 19 Uhr im Kreuzauer Rathaus behandelt.
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