Kreuzau hinterfragt den Schulstandort in Kleinhau

Von: bugi
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Kreuzau. Dass sich die Begeisterung in Kreuzau über die neue Sekundarschule in Kleinhau in Grenzen hält, ist nicht neu. Im Schulentwicklungsplan ist für den Südkreis kein dritter Standort vorgesehen, ergo sieht man die Schule als Konkurrenz. Erst recht dann, wenn plötzlich Kreuzauer Kinder in Kleinhau zur Gründung des Schulstandortes verhelfen.

 „Wir haben nichts gegen einen Schulstandort Hürtgenwald“, sagt Guido Steg vom Kreuzauer Schulamt. Allerdings fragt sich Steg, wie der Schulstandort überhaupt zustande gekommen ist. Genau diese Frage hat die Kommune der Bezirksregierung in einem Brief gestellt. Steg nämlich macht für seinen Schulverband eine Rechnung auf.

In Kleinhau wurden 51 Kinder angemeldet – eines mehr, als zur Gründung des Standortes benötigt. Davon aber, so Steg, stammen vier Kinder aus der Gemeinde Kreuzau. Steg: „Wir haben damals einer Beschulungsvereinbarung widersprochen.“ Zieht man die vier Kinder ab, hätte Hürtgenwald die geforderte Anzahl von 50 Kindern verfehlt. Bei der Bezirksregierung hingegen rechnet man anders. Zum Ende des Anmeldeverfahrens hätten für die Sekundarschule Nordeifel 141 Anmeldungen vorgelegen. Auch ohne die Kinder aus Kreuzau sei die notwendige Zahl von mehr als 125 Schülern erreicht worden.

Unterschiedliche Zählweisen

„Eine Berücksichtigung von Schülern aus der Gemeinde Kreuzau zur Erreichung der Mindestzügigkeit war somit nicht erforderlich“, erklärt Freia Johannsen von der Bezirksregierung. Bleibt die Frage offen, warum in Hürtgenwald die Anmeldefrist verlängert werden musste, als die Zahl 50 noch nicht überschritten war. Immerhin schreibt die Bezirksregierung auch: „Bei der Errichtung einer Schule können nur die eigenen Kinder beziehungsweise solche aus Kommunen, mit denen eine Beschulungsvereinbarung getroffen wurde, berücksichtigt werden.“

Kritisch sieht man das in Kreuzau und Nideggen deshalb, weil man sich mit der Bezirksregierung immer noch vor Gericht zur Frage der Anzahl der Eingangsklassen für die eigene Sekundarschule streitet. Trotz angemeldeter 164 Kinder durfte der Schulverband vor einem Jahr nur fünf Eingangsklassen bilden. Eine sechste Eingangsklasse kam zustande, nachdem Eltern geklagt hatten.

Bei der Bezirksregierung kann man keine Ungleichbehandlung erkennen: „Diese einheitliche Handhabung, nämlich die Errichtung einer Schule sowie die Anzahl der zu bildenden Klassen nur aufgrund angemeldeter Kinder aus der eigenen Kommune zu genehmigen, dient dem Schutz der in den Nachbarkommunen betriebenen eigenen schulischen Planungen“, argumentiert man.

Guido Steg hat übrigens Verständnis dafür, dass Kreuzauer Eltern sich für den Standort Kleinhau entschieden haben: „In diesem Fall ist es so, dass schon Geschwisterkinder in Hürtgenwald zur Schule gehen.“

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