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Kreuzau: Grüne forcieren Bau von Windkraftanlagen

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Kreuzau. In Kreuzau haben die Kommunalpolitiker wichtige Themen zu behandeln, und zwar am Dienstag ab 18 Uhr im Bauausschuss und Tags drauf am Mittwoch ab 19 Uhr im Umweltausschuss. Man tagt wie immer im Rathaus.

Zunächst muss das Thema „Windkraft” bearbeitet werden. In ganz Kreuzau stehen zur Zeit nur zwei Windräder, diese befinden sich in Stockheim. „Ein Skandal” für die Grünen, wie deren Ratsfrau Astrid Hohn sagt, die lieber jetzt als morgen mindestens zehn weitere Wundkraftanlagen aufstellen lassen würde.

In Thum, so möchten die Grünen, sollen der Flächennutzungsplan geändert und die Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen vergrößert werden. Nicht zwei, sondern vier Windräder sollen dort stehen, wobei sich allerdings das vierte Rad schon auf Nideggener Gebiet befinden würde.

Am Ellbach sollen einmal sechs Windkraftanlagen stehen, die allerdings wegen des Nörvenicher Flugverkehrs nur 125 bis 135 Meter hoch sein dürfen. Die neueren Anlagen sind meist 185 Meter hoch. Schließlich wird noch beantragt, den Flächennutzungsplan zu ändern, so dass zwischen Thum und Ginnick ebenfalls zwei Räder errichtet werden können.

Anteile kaufen

Von den Anlagen könne die Bevölkerung profitieren, sagt Astrid Hohn, denn es werde Pacht kassiert, dazu Gewerbesteuer, bei Baumaßnahmen kämen örtliche Handwerker zum Zuge, und man könne die Anlagen zu Bürgerwindkraftanlagen machen, indem die Bürger Anteile kaufen und an der Produktion von Windenergie verdienen. Klar ist, dass die Grünen mehr Fläche zur Erzeugung von Windenergie bereitstellen wollen als die Verwaltung der Gemeinde.

Zweites großes Thema ist die Veränderungssperre, die die Bürgerinitiative „Saubere Luft in Kreuzau” gegenüber der Niederauer Mühle erreichen will. Die Bürgerinitiative will konkret, dass die Produktion in der Mühle nicht erweitert werden darf, dies wegen steigender Umweltbelastungen (Lärm und Gestank).

Allem zugestimmt

Die Auseinandersetzungen der Bürgerinitiative mit den Eigentümern der Mühle sind seit über zehn Jahren in vollem Gange. In ihrer Vorlage für die beiden Ausschusssitzungen teilt die Verwaltung mit, dass eine Veränderungssperre zwar möglich ist, diese aber Kosten von 100.000 Euro verursachen würde, was die Bürgerinitiative zu zahlen hätte.

Die Verwaltung bezweifelt aber auch, dass eine Veränderungssperre überhaupt nötig ist. Vorgeschlagen wird vielmehr der Abschluss eines „Städtebaulichen Vertrages”. Darin müsste sich die Mühle verpflichten, keine zusätzliche dritte Papiermaschine im Plangebiet zu errichten. Außerdem müsste sie sich verpflichten, im bestehenden Heizkraftwerk unabhängig von der Wärmeleistung auf eine Abfallverbrennung zu verzichten.

Auf eine Erhöhung der jetzt festgeschriebenen Verarbeitungsmenge von gebrauchten Getränkekartons von 370 Tagestonnen muss ebenfalls verzichtet werden. Dem stimmte die Niederauer Mühle - laut Verwaltungsvorlage - zu. Den Bürgern ist klar, dass so ein „Städtebaulicher Vertrag” jederzeit sang- und klanglos gekündigt werden kann. Sie sind gegenüber den Zusagen der Niederauer Mühle eindeutig außergewöhnlich misstrauisch.
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