Düren - Krankenhaus Düren will Pflegenotstand begegnen

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Krankenhaus Düren will Pflegenotstand begegnen

Von: Ingo Latotzki
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Lowtec-Geschäftsführer Josef Macherey (links) und Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Gereon Blum unterzeichnen die Kooperation (in der Mitte Martina Forkel, Leitern der Jobcom). Foto: Ingo Latotzki

Düren. Angesichts des demografischen Wandels mit mehr älteren und weniger jungen Menschen droht in Deutschland in den kommenden Jahren ein Pflegenotstand. Dem will das Krankenhaus Düren schon heute vorbeugen und versucht, erst gar keinen Engpass in der Krankenpflege aufkommen zu lassen. Dazu geht das in Trägerschaft von Kreis und Stadt Düren stehende Haus eine Kooperation mit der gemeinnützigen Beschäftigung- und Qualifizierungsgesellschaft Lowtec ein.

Seit 1996 unterstützt Lowtec im Kreis Düren und in der Städteregion mit Projekten in den Bereichen berufliche Integration oder Ausbildung. Unter anderem bietet die Gesellschaft selbst Ausbildungen in der Altenpflege an.

Wie soll nun die Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus Düren und Lowtec funktionieren? Mit im Boot ist die beim Kreis Düren angesiedelte Jobcom, die Langzeitarbeitslose vermittelt. Sie wird Interessenten an die Lowtec verweisen, die dann die potenziellen künftigen Auszubildenden testet. Es geht etwa um Motivation und Qualifikation.

Angesprochen sind nicht nur ganz junge Menschen, deren Schulabschluss noch nicht lange zurückliegt, sondern auch Interessenten, die länger schon keinem Beruf mehr nachgehen, weil sie etwa Kinder erziehen, wie Gabriele Jendrzey von Lowtec und Martina Forkel, Leiterin der Jobcom, am Dienstag im Krankenhaus an der Roonstraße sagten. Angesprochen sind auch Langzeitarbeitslose und Bewerber, die aufgrund anderer Erschwernisse Probleme haben, beruflich Fuß zu fassen.

Geeignete Bewerber, die durchaus auch Mitte 30 sein können, erhalten dann die Gelegenheit, eine einjährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten zu beginnen. Sie werden von Lowtec vorbereitet und während der Ausbildung sozialpädagogisch betreut.

Notwendig ist für diesen Ausbildungsgang ein Hauptschulabschluss. Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, kann danach eine weitere Ausbildung zur examinierten Pflegekraft machen, für die eigentlich ein mittlerer Schulabschluss (Realschule) notwenig ist.

Die Krankenpflegeassistenten sollen vor allem für die Patienten da sein. Examinierte Kräfte sind heute oft auch in administrative Aufgaben (Verwaltung) eingebunden, sagte Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. Das Dürener Hospital kann jährlich 28 Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten ausbilden. Insgesamt bietet das Haus (1100 Beschäftigte/20.000 stationäre Patienten im Jahr) 120 Ausbildungsstellen.

Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Bewerber für Pflegeberufe in Zukunft um 20 Prozent zurückgeht. Im Dürener Krankenhaus entsteht derzeit ein Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitszentrum. Weitere Kooperationen zur Ausbildungserweiterung sind geplant, sagte der Leiter der Schule für Gesundheit- und Krankenpflege, Heinz Lönneßen.

Am Krankenhaus wird schon länger eine Teilzeitausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin über fünf Jahr angeboten. Sie richtet sich etwa an junge Mütter. 45 Plätze stehen zur Verfügung.

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