Kraft, Ausdauer und Teamgeist bei den „Highland Games“

Von: Sandra Kinkel
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Baumstammüberschlag, Steine heben, Kugelstoßen, Fässer rollen und Heusack-Hochwurf – bei den dritten „Highland Games“ in Kreuzau haben sich 14 Teams in elf Disziplinen gemessen. Foto: Sandra Kinkel
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Baumstammüberschlag, Steine heben, Kugelstoßen, Fässer rollen und Heusack-Hochwurf – bei den dritten „Highland Games“ in Kreuzau haben sich 14 Teams in elf Disziplinen gemessen. Foto: Sandra Kinkel
Highland Games
Baumstammüberschlag, Steine heben, Kugelstoßen, Fässer rollen und Heusack-Hochwurf – bei den dritten „Highland Games“ in Kreuzau haben sich 14 Teams in elf Disziplinen gemessen. Foto: Sandra Kinkel

Kreuzau. Der Stein wiegt 75 Kilogramm. Julia Schoenmakers aus Adelkerk am Niederrhein bringt fünf Kilogramm weniger auf die Waage. Und trotzdem wirkt es fast schon mühelos, wie die 27-Jährige sich den Anderthalb-Zentner-Brocken aufs Knie wuchtet, sich hinstellt und den Stein dann auch noch einige Meter zum Ziel trägt.

„Die Kraft bekomme ich vom Handballtraining und vom Treppenlaufen“, sagt die Elektrikerin. „Ein anderes Geheimnis habe ich nicht.“ Es ist Samstagmorgen, 11.30 Uhr, und die dritten „Highland Games“ der Kreuzauer „Highland Shadows“ haben gerade an Fahrt aufgenommen. 14 Mannschaften aus ganz Deutschland sind mit von der Partie, es gilt, in elf Disziplinen Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer unter Beweis zu stellen.

Vor drei Jahren haben Björn Heck und seine Mitstreiter der Kreuzauer „Highland Shadows“ ihre ersten „Highland Games“ in der Rureifel-Kommune auf die Beine gestellt. Seit dem erfreut sich die Veranstaltung wachsender Beliebtheit. Auch am Samstag feuern den Tag über verteilt rund 2500 Menschen die Sportler in Kilts an.

„Die Kameradschaft bei diesen Veranstaltungen ist einfach einzigartig“, sagt Heck. „Die Teams helfen sich untereinander. Die Stimmung ist besonders. Wir sind keine Gegner, sondern Freunde, die zusammen aktiv sind. Und das gilt auch bei so schottischem Wetter wie heute.“

Die Disziplinen reichen von Hufeisenweitwurf, Baustammüberschlag und Fässerrollen bis hin zu Steineheben und Tauziehen. Ihren Ursprung haben die „Highland Games“ in Schottland, deswegen auch die Kilts. „Die schottische Tradition ist uns schon wichtig“, sagt Heck. Die Kilts gehörten einfach dazu.

„Das ist etwas Außergewöhnliches“, sagt Eileen Schoers aus Jüchen, die mit ihren 13 Jahren zu den jüngsten Teilnehmern gehörte und mit einem der beiden Kinderteams, den „Mc Glory Knights“ an den Start ging. „Meine Freundin war schon in dem Verein und hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einmal mitzumachen. Mir hat das gefallen. Und jetzt habe ich schon meinen ersten Wettkampf.“

Auch Julia Schoenmakers ist vor drei Jahren mit Hilfe einer Freundin zu „Highland Games“ gekommen. „Ich kann gar nicht genau erklären, was mich an dieser Sportart so reizt“, sagt sie. „Aber es macht einfach unglaublich viel Spaß.“ Schoenmakers ist amtierende Deutsche Meisterin und trainiert viermal pro Woche.“ Das ist aber schon die Ausnahme“, sagt sie lachend. „Ich bin vielleicht doch ein bisschen verrückter als andere.“

Ein paar Meter weiter versucht André Gilles (31) aus Jüchen eine zehn Kilogramm schwere Kugel so weit wie möglich zu stoßen. Knapp acht Meter fliegt das Ding. „Na ja, da geht mehr“, sagt Gilles, „aber ich habe ja noch ein paar Versuche.“ Für den Koch müssen Highländer vor allem Allrounder sein. „In erster Linie brauchen wir Menschen mit Teamgeist“, sagt er. „Verbissene Leistungssportler sucht man bei uns vergebens. Und die können wir auch gar nicht brauchen.“

Trotzdem gab es bei den 3. „Highland Games“ in Kreuzau natürlich auch Gewinner: Bei den Damen teilen sich die „Scott Angels“ aus Kempen den ersten Platz mit den „Mc Glory Diamonds“ vom Niederrhein. Die Herrenkonkurrenz entschieden die „Battle Beasts“ aus Stolberg für sich. Übrigens steht auch schon der Termin für die Kreuzauer „Highland Games“ 2018 fest: Sie finden am 11. August statt. Angemerkt

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