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Kostenreduzierung: Jugendamt schafft zwölf neue Stellen

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Personelle Verstärkung für das Jugendamt: Amtsleiter Manfred Savelsberg (r.) begrüßt die neuen Mitarbeiter.

Düren. Die Ausgaben für die Jugendhilfe steigen ständig. Derzeit schlagen die sogenannten „Hilfen zur Erziehung” im Haushalt der Stadt Düren mit rund 15 Millionen Euro jährlich zu Buche. Auf Dauer ist das kaum finanzierbar.

Daher wurde ein ungewöhnliches Projekt zur Kostendämpfung auf den Weg gebracht: Der Rat hat beschlossen, jetzt mehr Geld in die Jugendhilfe zu investieren, um künftig die Ausgaben dauerhaft zu senken. Zwölf neue Beschäftigte wurden deshalb eingestellt.

Jetzt fiel im Jugendamt der Startschuss für das zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt. Trotz der bürokratischen Bezeichnung „Projekt zur Kostenreduzierung im Bereich der Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfen” steckt die Idee voller Verheißung und ist gleichzeitig ein Wagnis.

„Der Druck ist enorm”, sagte Amtsleiter Manfred Savelsberg. „Wir sind dann wirtschaftlicher, wenn wir vorher in Personal investieren”, ist Bürgermeister Paul Larue überzeugt. „Wenn die Kolleginnen und Kollegen mehr Zeit und Kompetenz aufwenden, können die Hilfen gezielter angewandt werden.”

Kleinere Betreuungsbezirke und eine Abnahme der Fallzahlen pro Mitarbeiter ermöglichen eine engere Anbindung an die Familien und damit eine sorgfältigere Abwägung einzuleitender Schritte.

Weniger oft ins Heim

Wurde bisher zur Gewährleistung des Kindesschutzes im Zweifelsfall direkt eine kostenintensive Heimunterbringung verfügt, lässt sich eine derart drastische Maßnahme künftig eher vermeiden. „Wir können nun in vielen Fällen genauer hinsehen, ob es eine Alternative gibt”, sagte Savelsberg. Dort liegt Einsparungspotenzial. Ziel ist es, die Anzahl der Heimunterbringungen von 185 im letzten Jahr auf 145 Fälle in 2011 zu begrenzen.

Eine Senkung der Kosten soll auch durch verstärkte eigene Beratungsarbeit erfolgen, anstatt kostenpflichtige Familienhilfen von Trägern der Jugendhilfe in Anspruch zu nehmen. Ein weiterer Ansatzpunkt zur Kostenreduzierung ist der Ausbau der frühen Hilfen. So wurde durch die Neueinstellung zweier Kinderkrankenschwestern der Neugeborenen-Besuchsdienst ausgebaut und mit der Ausbildung von Elterntrainern begonnen, die in Zusammenarbeit mit den Familienzentren jungen Müttern und Vätern von Beginn an mit praktischen Tipps unter die Arme greifen.

In Gruppen mit gezieltem Elterntraining lernen Familien beispielsweise, wie sie Babys beruhigen und fördern, ohne in Extremsituationen hilflos und überfordert zu sein.

Drei Neueinstellungen ermöglichen es, Unterhaltspflichtige künftig regelmäßig zu überprüfen und Kostenbeiträge schneller heranzuziehen. Dennoch bleiben die Kinder und Jugendlichen immer der Kernpunkt. „Bei allem Sparzwang wird nie das Geld den Ausschlag geben, sondern immer die pädagogische Hilfestellung”, versicherte Larue.
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