Konrad Beikircher: Schön, schön, schön war die Zeit

Von: avl
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Konrad Beikircher ist nicht nu
Konrad Beikircher ist nicht nur wortgewandt, sondern auch ein super Musiker und Sänger. Foto: Bert van Londen

Hürtgenwald-Gey. Dass er ein Meister der Worte ist, der es wie kaum ein anderer versteht den Menschen, besonders den rheinischen Menschen, auf den Mund und ins Herz zu schauen, dafür ist der gebürtige Südtiroler und im Rheinland lebende Künstler bekannt.

Auf seinem Konzert in der Mehrzweckhalle in Hürtgenwald-Gey stellte er seine unglaubliche Vielseitig unter Beweis. Verstärkt durch die Band „Bajo Bongo” standen „Die 50er, wie sie wirklich waren” auf dem Programm. Beikircher war auf Einladung des Vereins „HöhenArt” gekommen.

„Die 50er Jahre waren ein Jahrzehnt des Aufbruchs. Man war froh, dass der Krieg vorbei war. Eine ganze Generation enttäuschter Menschen lernt langsam wieder nach vorne zu schauen. Die 50er haben bis heute zu Unrecht den Ruf, spießig, naiv und verlogen gewesen zu sein”, leitete Beikircher den ausgelassenen Abend in der vollbesetzten Mehrzweckhalle ein.

Nur scheinbar verlogen

„Das stimmt nicht”, so der Künstler weiter. „Es ist verdammt schwer zu lügen, wenn man die Wahrheit nicht kennt, weil: die 50er wussten es nicht besser. Am aufrichtigsten war das Jahrzehnt in seinen scheinbar verlogenen Liedern.”

Mit seinen Frankfurter Musikern Matthias Raue (Geige, Mandoline, Gesang), Martin Wagner (Akkordeon) und Hanns Höhn (Kontrabass und Gesang) zog Konrad Beikircher (Gitarre, Mundharmonika, Elektro-Zither) sein Publikum gleich vom ersten Lied an in seinem Bann. „Denken Sie daran, dass man später auf der CD ihr Klatschen und Mitsingen zu hören sein wird”, eröffnete er ihm, das das Konzert live aufgenommen wurde.

Gekonnt spannte er einen unterhaltsamen Bogen voller heiterer Erinnerungen aus jener Zeit. Da wurden Werbebotschaften wie „Aurora mit dem Sonnenstern”, „Haribo macht Kinder froh?” oder „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, dann ist das einen Asbach Uralt wert” virtuos mit Schauspielern wie Rudolf Prack, Peter van Eyck gemischt und erklärt, wie sich die Gewohnheiten der Menschen epochal veränderten. Die ersten Western flimmerten in Deutschlands Wohnstuben und der Rock n Roll beschwörte handfeste Generationskonflikte zwischen Eltern und Kindern herauf.

Aber es waren nicht nur die intelligenten und hintergründigen Geschichten, die Beikircher zwischen die einzelnen Lieder streute die einmal mehr begeisterten. Es war vor allem sein musikalisches Talent, das seine Fans bis zum letzten Musikbeitrag gefangen nahm. Als Sänger aber auch als Instrumentalist.

„Que Sera Sera” als Höhepunkt

Ob Lieder wie „Schön, schön, schön war die Zeit”, „Maria aus Bahia”, „Tom Dooley” oder „Kitty Cat”, das Konzert begeisterte nicht nur die Menschen, die die 50er miterlebt haben. Neben seiner Interpretation des Peter Kraus Hits „Kitty Cat” bei der er sich auch als genialer Blues-Mundharmonika-Spieler empfahl, war vor allem der Abschlusssong „Que Sera Sera” (bekannt durch die amerikanische Schauspielerin Doris Day), ein unvergesslicher Höhepunkt, bei dem das begeisterte Publikum wie aus einem Munde mitsang.

Konrad Beikircher gelang es schwerelos, aus dem verstaubten und - fälschlicherweise - langweiligen Image der 50er eine Epoche voller lebensbejahender Einflüsse zu machen.
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