Radarfallen Blitzen Freisteller

Kommunalwahl: Kandidaten stimmen in wichtigen Fragen überein

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:
7681894.jpg
Beschaulich aber bettelarm liegt das Eifelstädtchen in einer landschaftlich reizvollen Umgebung. Bei der Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten ging es darum, wie Heimbach aus der Misere heraus kommen könnte. Foto: Franz Sistemich
7681891.jpg
Die Bürgermeisterkandidaten Theo Hüffel und Peter Cremer (Zweiter und Dritter von links) mit den Moderatoren Burkhard Giesen (links) und Franz Sistemich. Foto: Dietmar Engels

Heimbach. Die „Qual der Wahl“ haben die Heimbacher Bürger, wenn sie am 25. Mai zur Wahl des neuen Bürgermeisters schreiten. Das gilt besonders für die mehr als 180 Menschen, die am Donnerstagabend die von den Dürener Nachrichten und der Dürener Zeitung gemeinsam organisierte Podiumsdiskussion mit den beiden Kandidaten im Haus des Gastes verfolgten.

Der parteilose Peter Cremer, seit Jahrzehnten in der Heimbacher Stadtverwaltung tätig, und Theo Hüffel (CDU), in den letzten zehn Jahren hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Wachtberg bei Bonn, „verkauften“ sich nämlich beide gut.

Und die Versuche der beiden Moderatoren Burkhard Giesen (DN) und Franz Sistemich (DZ) wesentliche programmatische Unterschied zwischen den beiden Aspiranten für den Chefsessel deutlich werden zu lassen, waren von wenig Erfolg gekrönt, denn in den wichtigsten kommunalpolitischen Fragen differieren die beiden Kandidaten allenfalls in Nuancen.

Nach der Vorstellungsrunde drohten die Diskussionsbeiträge aus dem Publikum allzu zu sehr ins Persönliche zu gehen. Es ging unter anderem darum wie, aus welchen Beweggründen, wann und von wem unterstützt (oder eben nicht unterstützt) sich Cremer und Hüffel um das Bürgermeisteramt beworben haben. Die Moderatoren verstanden es nach dem kleinen Geplänkel, die Diskussion um Sachfragen in den Vordergrund zu stellen.

Zunächst ging es um die Stadtfinanzen und dabei vor allem um die Frage, wie Heimbach es schaffen könnte, nicht mehr auszugeben als einzunehmen. Peter Cremer bekannte offen, dass er dafür „kein Patentrezept“ habe. Die Möglichkeiten, die Einnahmen zu erhöhen und die Ausgaben zu vermindern seien sehr gering, sofern die Gemeindefinanzierung nicht auf eine andere Basis als heute gestellt werde.

Cremer schloss weitere Steuererhöhungen nicht aus. Auch Theo Hüffel meinte, um höhere Steuern werde die Stadt auf mittlere Sicht nicht herum kommen. Der CDU-Kandidat will alles daran setzen, die Einwohnerzahl wenigstens zu stabilisieren oder möglichst sogar zu erhöhen. Er kann sich einen Zuschuss von 500 Euro an junge Familien vorstellen, die nach Heimbach ziehen – auf fünf Jahre begrenzt.

Cremer setzt auf eine „Task Force“ aus Fachleuten (auch von außerhalb), die die Lage genau analysiert und Lösungsvorschläge erarbeitet. Beide Kandidaten wollen schnellstmöglich wenigstens Teile des seit vier Jahren vorliegenden Masterplans umsetzen.

Hüffel nannte als besonders wichtigen Punkt die Erarbeitung eines Einzelhandelskonzepts, verbunden mit einem wirkungsvollen Stadtmarketing. Cremer setzt unter anderem auch auf „junges Wohnen in alten Mauern“, wobei allerdings die Hausbesitzer mitspielen müssen. Beide halten die Schaffung einer Bürgerbegegnungsstätte im Stadtzentrum für unverzichtbar, machten aber gleichzeitig klar, dass ein Neubauvorhaben kaum zu finanzieren sei.

Sollte die Stadt Heimbach Friedhöfe in verschiedenen Ortsteilen aufgeben oder den Stadtwald zu Geld machen? Das lehnten Hüffel und Cremer kategorisch ab. Friedhöfe seien wichtige Kommunikationsstätten vor allem für die älteren Einwohner der jeweiligen Ortsteile. Einig sind sich die Beiden auch darin, dass der Tourismus gefördert werden muss, um Gäste zu locken.

Wenn Hüffel („Ich setze voll auf die Aufgabe in Heimbach. Ich habe keinen Plan B.“) die Bürgermeisterwahl gewinnen sollte, wird er übrigens der Chef von Cremer, weil dieser weiterhin als Fachbereichsleiter für Planung und Bau in der Stadtverwaltung tätig sein will („Ich werde im Falle meiner Niederlage meine Dienstpflichten weiter erfüllen.“).

Bei dieser Variante können sie hin und wieder vielleicht auch gemeinsam in den Rathausstuben singen. Hüffel war Chorleiter und Organist, Cremer ist Vorsitzender der Heimbacher Chorgemeinschaft „Eifelperle“ – fast schon Ehrensache, dass er auf Wunsch des Publikums am Schluss der Podiumsdiskussion ein Lied anstimmte. Er entschied sich für „Ein wachsamer Hahn“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert