Kommentiert: Ist der SWD-Rückkauf eine kluge Entscheidung?

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Kommentiert: Ist der SWD-Rückkauf eine kluge Entscheidung?

Ein Kommentar von Ingo Latotzki

Wenn der Stadtrat am Mittwoch beschließt, den kommunalen Anteil an den Stadtwerken um 25,05 Prozent zu erhöhen, wäre diese Entscheidung durchaus „historisch“ zu nennen. Allein in finanzieller Hinsicht: So viel Geld, 28,5 Millionen Euro, gibt die Stadt Düren – salopp formuliert – nicht alle Tage aus. Ist es auch eine kluge Entscheidung?

Darauf kann es nur eine Antwort geben: Die Zukunft wird es zeigen.

Damit sich das Geschäft lohnt, müssen die SWD weiter Gewinne machen. In der Vergangenheit lagen die Überschüsse bei wenigstens sechs, sieben Millionen Euro jährlich. Davon stünde der Stadt gut die Hälfte zu (bei einer künftigen Beteiligung von 50,1 Prozent). Damit wären die rund 1,5 Millionen Euro Zins und Tilgung für den 28,5 Millionen-Kredit zu bezahlen.

Die Stadt würde beim durch ein Wirtschaftsgutachten unterstellten jährlichen Gewinn von sechs Millionen Euro sogar noch Geld übrig behalten. Der Deal würde sich also lohnen. Das Geschäft steht und fällt aber mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Und die ist in der Energiebranche ähnlich schwer zu prognostizieren, wie in vielen anderen Branchen auch. Sollte der Überschuss einbrechen, wäre das Geschäft schnell nicht mehr so attraktiv.

Neben der finanziellen Seite hat der Anteile-Rückkauf noch eine andere Dimension: Die Stadt wäre mit den 50,1 Prozent Mehrheitsgesellschafter und könnte wichtige Weichenstellungen deutlicher beeinflussen. Auch wenn sich das Rathaus wegen der nur knappen Mehrheit auf vielen Feldern mit RWE einigen müsste, kann es Richtungen vorgeben, etwa wenn es um die Ausrichtung bei regenerativen Energien geht. Gebühren dürften aber kaum gesenkt werden.

Verantwortungsvolle Politiker wissen, dass die SWD weiter rentabel bleiben müssen. Sonst nutzt der ganze Zukauf nichts.

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