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Kommentiert: Ein Spiegel der Gesellschaft

Ein Kommentar von Ingo Latotzki

90 Jahre Jugendamt Düren – der Geburtstag, der am Mittwoch auf Schloss Burgau gefeiert wird, ist sicher Anlass, über die immensen gesellschaftlichen Veränderungen in diesen neun Jahrzehnten zu sprechen: Weimarer Republik, Nazizeit, Weltkriege, Demokratie. Außerdem: veränderte Lebensformen, andere Erziehungsstile, das Internet.

Das Jugendamt lebt wie kaum ein anderes Amt mit diesen Entwicklungen – und muss darauf reagieren. Salopp gesagt: Es geht ums pralle Leben. Mit all seinen Ausprägungen und allen Facetten. Während es nach dem Krieg vielfach ums nackte Überleben für die damalige Jugendamtskundschaft ging, geht es heute häufig darum, dass Familien nicht (mehr) zusammenleben können und Kinder zu Pflegeeltern oder ins Heim müssen.

Aggressionen, Gewalt, vermüllte Wohnungen, Eltern, die selbst noch Kinder sind und mit Erziehung völlig überfordert, Erwartungsdruck, der Kinder und Jugendliche, etwa in schulischer Hinsicht, aber auch im ganz normalen Alltag, überlastet. Im Jugendamt spiegelt sich die Gesellschaft. Auch in den nächsten 90 Jahren.

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