„Komm”: Debussys Musik in feine Glasskulpturen umgesetzt

Von: jul
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Die Nideggener Glaskünstlerin
Die Nideggener Glaskünstlerin Hiltrud Schieffer stellt bis Ende Juli im „Komm”-Zentrum in Düren aus. Foto: Julian Loevenich

Düren. Es ist hart und stark, aber auf der anderen Seite empfindlich, zerbrechlich. Geradezu schwach. Erklingt das Wort „Glas”, stürzen sich die Gedanken normalerweise sofort auf Behältnisse oder Fensterscheiben. Normalerweise.

Bei Hiltrud Schieffer erstreckt sich hinter dem Begriff eine ganze Einstellung und Sichtweise. Für sie bedeutet der Begriff Glas Kunst. Jetzt stellt die aus Nideggen-Schmidt stammende Frau ihre Werke im „Komm”-Zentrum aus.

Betritt man den Raum, scheinen die Gebilde auf den ersten Blick gar nicht aufzufallen. Schlicht auf einer aus Holz gefertigten Säule fixiert, stehen sie einen Meter von der Wand entfernt. Geschätzte 30 Zentimeter stechen die Skulpturen in verschiedenen Formen in die Höhe. Doch trotz ihrer Unterschiede haben sie eine gemeinsame Quelle: Claude Debussy. „Ich mag seine Musik einfach unheimlich gerne und habe sie mir angehört”, erklärt Schieffer.

Die Künstlerin ist einen Schritt weiter gegangen: „Debussy hat seine Stücke oftmals auf der Grundlage von Gedichten oder Sagen geschrieben und das hat mich interessiert.” Schieffer hat geforscht, gelesen und erkannt. Die Geschichte hinter der Musik zu verstehen, das war ihr Ziel. „Die Stücke Debussys habe ich dann versucht zu visualisieren.”

Margret Hanuschkin, die in die Ausstellung einführte, brachte die Arbeit Schieffers auf den Punkt: „In einem Werk hier, haben wir verschiedene Kunsteinflüsse aus verschiedenen Epochen.” Das eigentliche Handwerk ist hingegen komplizierter als das Verstehen der Arbeit. Schieffer: „Ich höre die Musik und habe die Imagination, aber nichts aufgezeichnet.” Aufgrund dieser gedanklichen Projektion schafft sie Formen, in denen das Glas bei exakt festgelegten Temperaturen geschmolzen wird.

o entsteht die Möglichkeit einer dreidimensionalen Darstellung. In einem späteren Vorgang kann das Werk mit Farbe, die dann gebrannt wird, akzentuiert werden. Der gesamte Prozess erfordert viel Erfahrung. Die Künstlerin spricht vom Eigenleben des Glases und dass man es daher sehr gut kennen müsse. Die Werke wirken transparent und statisch zugleich. Ändert man den Blickwinkel, verschiebt sich der Lichteinfall, Farben wechseln.

Räumlich sind die Skulpturen an einen Ort gebunden, allerdings verändern sie sich in ihrer eigenen Gestalt immer wieder und schaffen somit in der eigentlich vermeintlich festen Position immer neuen Raum für Interpretationen. Und dort liegt die Besonderheit: Eine kleine, nicht besonders auffallende Sache eröffnet bei genauem Betrachten eine neue Welt, die sich so schnell zu verändern scheint, wie die Musik Debussys.

Die Ausstellung von Hiltrud Schieffer kann bis Freitag, 27. Juli, im Dürener „Komm”-Zentrum, August-Klotz-Straße 24, besichtigt werden.
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