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Kolumbianische Hitze im kalten Deutschland

Von: Julian Loevenich
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Bruno Böhmer Camacho begeisterte mit brasilianischer Hitze im kalten Deutschland. Foto: Julian Loevenich

Düren. Perfektion, Leidenschaft, Musikalität. Mit diesen drei Eigenschaften verwöhnten drei junge kolumbianische Jazz-Musiker am Freitag im Foyer des Hauses der Stadt ihre Zuhörer. Bruno Böhmer Camacho (Klavier), Rodrigo Villalon (Schlagzeug) und Juan Camilli Villa(E-Bass) boten ein musikalisches Menü - gespickt mit feinsten kolumbianischen Köstlichkeiten.

Dabei war das erste Stück, das die lange Reise durch Kolumbiens kleine Dörfer beschrieb, für den Genießer. Unbeschwerte lateinamerikanische Klänge zusammen mit Jazz Elementen und eindringlichen Melodien entfalteten sich in dem mit warmem und buntem Licht untermalten Foyer.

Doch das Auge wurde nicht nur durch künstliche Färbung inspiriert, sondern auch durch die Musizierenden. Die Musiker wurden eins mit ihren Instrumenten und gaben jeder Fingerbewegung ihre eigene Note, die in den Körper ging und zum Ausdruck kam, sei es durch Bewegungen mit dem Fuß oder durch spontane Laute, die das Glücksgefühl anzeigten.

Heißes lateinamerikanisches Feuer

Diese Impulse schlugen wie ein heißes lateinamerikanisches Feuer über auf die Zuhörer. Gegen die Hitze präsentierten die drei ein Stück, das den Namen eines kolumbianischen Getränkes hatte. Erfrischend und lecker sei es, so der Pianist Bruno Böhmer Camacho. Und so war es: Erfrischende zum Teil ungewohnte, aber faszinierende Klänge erfüllten den Raum.

Doch auch hier wurde es wieder warm, besonders um das Musikerherz, als Camacho mit einer Präzision, Perfektion und Fingerfertigkeit die Tasten des Flügels in einem rasanten Tempo überflog und dabei Jazz auf allerhöchstem Niveau demonstrierte. Dieses Niveau wurde auch vom Schlagzeuger Rodrigo Villalon gehalten, der fern vom deutschen Vier-Viertel-Takt, Gefühl, Leichtigkeit und Rhythmische Genauigkeit servierte. Juan Cmillo Villa bot mit seinem Bass ebenfalls solistische Appetithäppchen, die mit Applaus gewürdigt wurden. Dabei ist nicht zu vergessen, dass das zweistündige Programm ohne die Heranziehung eines Rezeptes aufgetischt wurde.

Die drei Musiker spielten im Rahmen der Reihe „Planet Jazz in Concert”, die von Oliver Mark und Henner Schmidt ins Leben gerufen wurde. Diese kulturelle Nische soll fernab der Dürener Jazztage den Musikfans die Möglichkeit geben, gute Musik live zu hören, so Schmidt. Außerdem will man jungen Musikern die Möglichkeit bieten, sich zu zeigen und vor Publikum zu spielen.

Als besonderer Sponsor gilt dabei die Sparkasse Düren, denn „Kultur muss ihren Preis haben”, so Schmidt. Damit meinte er, dass Musiker angemessen bezahlt werden müssen. Das Dürener Publikum zeigte sich mit dem Verlangen nach einer Zugabe bezüglich weiterer Leckerbissen mehr als begeistert. Weitere Veranstaltungstermine sowie Informationen zu der Aufzeichnung des Konzertes können unter http://www.planetjazz.net nachgeschaut werden.
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