Hürtgenwald - Kleine Ausstellung will über die Evakuierung informieren

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Kleine Ausstellung will über die Evakuierung informieren

Von: mv
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Ein Ort zum Gedenken und zum Nachdenken: das Museum in Vossenack. Es wurde in der Absicht gegründet, die Schrecken des Zweiten Weltkrieges sichtbar zu machen. Ab März möchte man sich dem Thema Evakuierung widmen und sucht noch Dokumente und Objekte. Foto: Margret Vallot

Hürtgenwald. „Wie war das eigentlich damals, als ihr evakuiert wurdet?“ Davon können heutzutage nur noch wenige Menschen berichten. Doch genau diese Erfahrungen sollen nicht verloren gehen. Der Geschichtsverein in Hürtgenwald möchte Dokumente und Erlebnisberichte sammeln und hat die Bevölkerung um Unterstützung gebeten. Erste Objekte wurden schon zusammengetragen.

Robert Hellwig, Helmut Rösseler und Rainer Valder sind Mitglieder im Geschichtsverein und als Laien seit vielen Jahren um die Aufarbeitung jener schrecklichen Ereignisse bemüht, die sich vor 70 Jahre in der Eifel abspielten. Der Verein möchte in Vossenack im Museum „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“ ab März 2013 in einem Raum besonders darstellen, wohin die Bevölkerung der einzelnen Orte überall hin evakuiert war.

Leihweise oder auf Dauer

„Nennen Sie uns die Orte wo Sie, Ihre Verwandten oder Nachbarn evakuiert waren“, bittet der Geschichtsverein. Bereits jetzt wurde zum Beispiel dem Museum ein Konvolut an privaten Briefen eines Musikern aus der Eifel überreicht. Auch andere Gegenstände wurden schon zusammengetragen.

Es soll bei der geplanten Ausstellung auf die Erlebnisse und die Umstände der Evakuierung eingegangen werden. „Dazu bitten wir Sie, uns leihweise oder auf Dauer Dokumente, eventuell Transportaufrufe, Briefe, Fotos, Lebensmittelkarten, Passierscheine, Ausweise oder dergleichen aus dieser Zeit zur Verfügung zu stellen“, schreibt Helmut Rösseler.

Weiter soll anhand von Ausstellungsgegenständen gezeigt werden, was die Menschen aus der Not heraus mit den Hinterlassenschaften des Krieges anstellten. Aus den Kabeln und Leitungen flocht man Körbe und Taschen. Aus Hüllen der Handgranaten entstanden Öl- und Petroleumlampen. Die Stahlhelme wurden als Küchengeräte, als Schöpfer für Wasser oder Getreide benutzt.

Geändert und eingefärbt

Die Uniformen, besonders die der Amerikaner, wurden in jenen Tagen entweder unverändert getragen oder sie wurden geändert, vielleicht auch gefärbt und es entstanden Kleidungsstücke für Jung und Alt.

Regenmäntel, Militärschuhe, die Galoschen und Gamaschen, alles fand offenbar damals Verwendung und dokumentiert, in welche Not die Menschen durch unkritisches Bejubeln verbrecherischer Politiker geraten waren. „Auch wären wir dankbar“, so schreiben die Museumsleute, „wenn Sie uns derartige Dinge leihweise oder auch ganz übertragen könnten“.

Eine weitere Möglichkeit, die Nachkriegszeit zu dokumentieren, sind Fotos von den überall entstandenen Behelfswohnungen oder -heimen, oder auch der zerstörten Wohnhäuser und Stallungen. Listen der durch Munition und Minen Verletzten und zu Tode gekommenen werden ebenfalls gesammelt und sollen bekannt gemacht werden.

Wer zu der Ausstellung noch etwas beitragen kann, wende sich an die Geschichtsvereins-Mitglieder Robert Hellwig Telefon 02429/3684, Helmut Rösseler Telefon 02429/2140 oder Rainer Valder Telefon 02429/901023.

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