Kita Ölmühle: Noch nicht einmal ein Sandkasten für die Kinder

Von: oha
Letzte Aktualisierung:
Die beiden CDU-Politiker Thoma
Die beiden CDU-Politiker Thomas Floßdorf (rechts) und Rolf Seel (hinten 3.v.r.) besuchten den Kindergarten an der Ölmühle. Petra Janster und Uli Lennartz vom SkF führten sie rund. Foto: Ottmar Hansen

Düren. Der Besuch muss erst einmal Kuchen essen. Die Kinder vom Bildungshaus Ölmühle haben gebacken. Die Gäste, die beiden CDU-Politiker Rolf Seel und Thomas Floßdorf, greifen denn auch gerne zu. Gekommen sind sie jedoch aus einem anderen Grund.

Der Kindergarten, davon können sich Landtagskandidat Seel und der Vorsitzende des Dürener Jugendhilfeausschusses, Floßdorf, vor Ort rasch überzeugen, genügt längst nicht mehr modernen Ansprüchen. Ein Neubau muss her.

Als die Einrichtung vor gut 20 Jahren bezogen wurde, galt der Bereich „An der Ölmühle” als sozialer Brennpunkt. An der Wohnsituation hat sich für die Mieter des Gebäudekomplexes seither nicht viel geändert: Die meisten Wohnungen haben keine Zentralheizung, warmes Wasser ist eher die Ausnahme. Deshalb stehen viele Wohnungen derzeit auch leer.

Auch der Kindergarten im Bildungshaus des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) arbeitet unter besonderen Bedingungen. Zwar hat der Träger eine Heizung einbauen lassen, doch sind die Kinder in zwei verschiedenen angemieteten Häusern untergebracht. In einem werden 16 Kinder im Alter über drei Jahren betreut, im anderen Haus zwölf Kinder unter drei Jahren. Die acht Erzieherinnen um Leiterin Walburga Steffens pendeln ständig zwischen den beiden Häusern hin und her. Mit viel Aufwand und Improvisationsgeschick wurden die Wohnungen zu Gruppenräumen umgestaltet.

Doch das schlimmste Manko ist: Es gibt keinen Außenbereich, in dem die Kinder bei gutem Wetter spielen könnten. Da muss dann auch schon einmal ein Eimer Sand drinnen im Gruppenraum ausgeleert werden, damit die Kinder die eigentlich selbstverständliche Erfahrung vom Spiel in einem Sandkasten machen können. Immerhin: „Der Anschluss an die Eltern der Kinder ist bei uns sehr eng. Alle halten ihre Hand über unsere Einrichtung”, berichtete Fachberaterin Petra Janster den Gästen.

Kindern und Eltern wird man wohl demnächst eine Verbesserung anbieten können. Der SkF plant den Neubau eines Kindergartens für zwei Gruppen in der Friedrichstraße. 600.000 Euro sind für das Projekt veranschlagt. Die Stadt wird rund 400.000 Euro aufbringen müssen, der SkF stellt das Grundstück zur Verfügung. Das zweite große Bauprojekt der Stadt wird übrigens ein neuer Kindergarten für Arnoldsweiler sein. Die beiden CDU-Politiker waren sich darin einig, dass das Land die Schaffung von Kindergartenplätzen in der Rurregion viel zu wenig finanziell fördert.

So gelinge es der Stadt Düren nicht, die Zahl der Plätze für die Betreuung ab drei Jahren, auf die Eltern einen Anspruch haben, zu schaffen. Ganz zu schweigen von Plätzen für die jüngeren Kinder. Floßdorf: „Wir wollen vor allem die Kinder aus sozial schwachen Familien in den Kindergarten bekommen, doch dafür müssen wir die Plätze haben.” Walburga Steffens mahnte zudem Mittel für die Weiterbildung des Kindergartenpersonals an, das sich immer öfter mit überforderten Eltern und aggressiven Kindern befasse müsse: „Mit dieser Belastung fertig zu werden, ist schon eine besondere Herausforderung.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert