bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Kita „Lollypop”: Gezielte Anreize, um bildungsferne Eltern zu erreichen

Von: inla
Letzte Aktualisierung:
Lilija Koch, Elfriede Nöldgen
Lilija Koch, Elfriede Nöldgen, Melanie Weingartz (alle AWO) und Staatssekretär Thomas Rachel mit Kindern der Kita „Lollypop”. Die Einrichtung nimmt an einem bundesweiten Programm teil, das hauptsächlich bildungsferne Eltern erreichen Foto: Ingo Latotzki

Düren. Melanie Weingartz ist eine engagierte Kita-Leiterin. Als sie über das neue Projekt „Elternchance ist Kinderchance” spricht, zeigt jeder Satz, dass sie mit Haut und Haar bei der Sache ist.

Sie spricht von Eltern, die sie erreichen möchte, von zig verschiedenen Sprachen, die in ihrer Einrichtung „Lollypop” in Norddüren gesprochen werden und von ihren Kolleginnen, die jeden Tag die gleichen Ziele verfolgen wie sie.

Lilija Koch zum Beispiel. Die Erzieherin wird in der Kita an der Alte Jülicher Straße nun eine Sonderaufgabe übernehmen. Sie wird so genannte Elternbegleiterin. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, wie sie sagt. „Wir versuchen Väter und Mütter zu erreichen, damit sie sich um die Bildung ihrer Kinder kümmern.”

In der Kita „Lollypop” ist der Migrationsanteil mit 90 Prozent überdurchschnittlich hoch: Gesprochen wird Türkisch, Arabisch, Französisch, Englisch? „Viele können kein Deutsch und haben zudem Schwierigkeiten in ihrer Muttersprache”, berichtet Melanie Weingartz. Ihre Kita will da nicht tatenlos zusehen. Deshalb hat sich die AWO-Einrichtung auch am Bundesprogramm „Sprache und Integration” beteiligt.

„Die erste Bildungsadresse für Kinder sind die Eltern”, sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Berliner Bildungsministerium. „Es ist enorm wichtig, dass Eltern Anreize schaffen.” Weil das nicht überall passiert, greift nun das Programm „Elternchance ist Kinderchance”, das Rachel in Norddüren vorstellte. Drei Jahre erhält die AWO-Einrichtung zusammen 30 000 Euro Förderung. Damit soll die Kita in die Lage versetzt werden, eine Elternbegleiterin schulen zu lassen. Lilija Koch hat sich gleich dafür interessiert. „Auch eine sehr engagierte Kraft”, sagt Johannes Veith, Vorsitzender des Trägers Arbeiter Wohlfahrt. Erzieherin Koch wird künftig noch mehr als bisher den Kontakt zu Eltern suchen, sie wird sie auf Wunsch begleiten zu Grundschulen, in Behörden und wohin es sonst nötig ist. Weiter Vertrauen aufbauen - das ist eich „wichtiges Stichwort” für die künftige Elternbegleiterin und auch das: Ängste abbauen. Von Vorteil sei, dass sie längst in der Kita arbeite und alles kenne.

Bedarf für mehr U 3-Plätze

AWO-Fachbereichsleiterin Elfriede Nöldgen sagte, dieses Förderprogramm sei „in der mehr als engagierten Kita Lollypop genau an der richtigen Stelle”. AWO-Chef Veith nickte dazu und wäre wahrscheinlich wunschlos glücklich, wenn eben diese Kita „ausgebaut wird, damit wir unter Dreijährige betreuen können”. Platz sei vorhanden, der Bedarf sowieso. Allein das Geld fehle, er wisse das, sagt Veith, und berichtet von Kindergärten, die „30 Anmeldungen für U 3-Plätze haben und nur sechs Zusagen erteilen können”. Kita fördert auch „Integration und Sprache”

Das Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance” soll in Norddüren nach zirka zwei Jahren auf seinen Erfolg hin geprüft werden, sagte Thomas Rachel, Staatssekretär im Forschungs- und Bildungsministerium. 100 Kindergärten nehmen bundesweit am Programm teil. Die Kita „Lollypop” ist dabei, weil sie schon am Programm „Sprache und Integration” beteiligt ist.

Die Kindertagesstättean der Alte Jülicher Straße bietet zwei Gruppen. Zwölf Jungen und Mädchen sind unter drei Jahre. Eine dritte Gruppe wäre notwendig, sagt AWO-Kreisvorsitzender Johannes Veith.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert