Düren - Kinder mit Theater gegen Mobbing stark machen

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Kinder mit Theater gegen Mobbing stark machen

Von: Enid Gräber
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Hoffen, dass das neue Theaterp
Hoffen, dass das neue Theaterprojekt ein Erfolg wird: Christiane Matties, Monika Rothmaier-Szudy, Ralf Schmitz, Ulla Struve, Gerhard Lange und Maria Horn (von links).

Düren. „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen stark machen, auch einmal ?Nein! zu sagen”, meint Ralf Schmitz, Sprecher der „Gruppe gegen Drogen” der Stadtteilvertretung Nord-Düren. Und damit das gelingt, startet nach den Osterferien das Theaterprojekt „Es nervt!” für zehn- bis 15-jährige Kinder und Jugendliche.

Das Projekt wird gemeinsam vom evangelischen Jugendzentrum „MultiKulti”, dem Theater im Haus der Stadt, dem Kulturbetrieb der Stadt Düren und dem Nachbarschaftstreff der Evangelischen Gemeinde entwickelt.

Bis zu den Sommerferien setzen sich die Jungen und Mädchen im Rahmen des neuen Theaterprojektes intensiv unter der Leitung der Theaterpädagogin Marion Kaeseler mit dem Thema Mobbing auseinander. Und das aus gutem Grund: „20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen geben an, schon mal mit Mobbing zu tun gehabt zu haben oder jemanden zu kennen, der gemobbt wird. Zehn Prozent sagen, dass sie selbst gemobbt werden”, so Maria Horn, Leiterin des Jugendtreffs „MultiKulti”.

Marion Kaeseler wird zusammen mit den Jungen und Mädchen interaktive Theaterszenen über und gegen Mobbing entwickeln, die möglicherweise abschließend in einer kleinen Aufführung dem Publikum präsentiert werden. Dabei sollen die Zuschauer und Zuschauerinnen, aber natürlich auch die Schauspieler und Schauspielerinnen zum Nachdenken angeregt werden: Wie würde ich reagieren? Gibt es eine Lösung für den Konflikt und habe ich mich schon mal für Schwächere, für Mobbing-Opfer eingesetzt?

Theaterspielen, da sind sich alle Verantwortlichen von „Es nervt” einig, eignet sich hervorragend zur Stärkung des Selbstbewusstseins, vielleicht sogar noch besser als Selbstbehauptungstrainings, mit denen Ulla Struve vom Nachbarschaftstreff schon einige Erfahrungen gemacht hat. „Die Jugendlichen lernen vielleicht ganz ähnliche Dinge”, so Struve, „aber beim Theaterspielen wagen sie zusätzlich noch den Schritt nach draußen.” Und Monika Rothmaier-Szudy, künstlerische Leiterin vom Haus der Stadt ergänzt: „Ein Applaus vom Publikum oder von der Gruppe stärkt das Selbstbewusst sein ganz enorm.”

Ralf Schmitz, der in der Suchtabteilung der LVR-Klinik arbeitet, glaubt, dass das neue Theaterprojekt auch helfen kann, Kinder und Jugendliche von Drogen fernzuhalten. „Ich treffe in meiner Arbeit nicht selten auf Mobbing-Opfer, die später zur Droge gegriffen haben.” Es sei wichtig, so Schmitz, präventiv zu arbeiten.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln der Stadtteilvertretung. Über die genaue Höhe der Fördersumme wurde keine Angabe gemacht. „Aber”, so Rothmaier-Szudy, „es entstehen nur geringe Kosten für die Theaterpädagogin.”

„Es nervt” ist nur ein Anfang für Gerhard Lange, kommissarischer Betriebsleiter des Dürener Kulturbetriebs, Kinder- und Jugendarbeit soll demnächst nämlich ein Schwerpunkt der Arbeit des Kulturbetriebes werden. „Und zwar für alle Kinder”, so Lange. „Deswegen ist es uns auch wichtig, dass das neue Theaterprojekt für alle Teilnehmer kostenlos ist.”

Das Theaterprojekt „Es nervt” startet mit einem unverbindlichen Schnuppertermin am Dienstag, 24. April, im Jugendzentrum „MultiKulti” am Haus der Stadt.

Danach treffen sich die Teilnehmer bis zu den Sommerferien immer dienstags von 16.30 bis 18 Uhr.

Anmeldung und weitere Informationen gibt es im Evangelischen Jugendzentrum „MultiKulti” Rudolf-Schock-Platz, Tel. 02421/41635.

Damit das Projekt zustande kommt, sollten sich mindestens sechs Kinder und Jugendliche anmelden.
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